18.11.2009

Kindersichere Wohnung

Beseitigen Sie Gefahrenquellen

Mehr als die Hälfte aller Kinder verunglücken nicht im Straßenverkehr, sondern in den eigenen vier Wänden. Am häufigsten betroffen sind Kinder im zweiten und dritten Lebensjahr. Mit wenigen Handgriffen machen Sie aus Ihrer Wohnung ein kindersicheres Zuhause für Ihr Kind.

Am besten, Sie krabbeln einmal selbst durch Ihre Wohnung, um so zu erkennen, was für Ihr Kind gefährlich sein könnte. Bedenken Sie dabei, dass die meisten Kinderunfälle im Kinderzimmer passieren durch Stürze aus dem Etagenbett oder beim Laufen. Viele Unfälle geschehen auch durch Zusammenstöße, Schnittverletzungen, Ertrinken, Verbrennungen, Verbrühungen und Vergiftungen.

  • Lassen Sie Ihr Kind niemals unbeaufsichtigt in der Küche, im Badezimmer und auf dem Wickeltisch.
  • Alle Steckdosen sollten mit einer Kindersicherung versehen sein. Scharfe Ecken und Kanten sollten abgedeckt werden.
  • Ihr Herd ist nicht unbedingt extra zu sichern. Achten Sie aber darauf, die Griffe und Stiele von Töpfen und Pfannen nach hinten zu drehen. Die eigentliche Gefahr, die von einem Herd ausgeht, ist nicht die Hitze der Platte (hier greift der Rückzugsreflex); viel gefährlicher sind Verbrühungen durch heiße, umstürzende Flüssigkeiten und heißes Fett.
  • Installieren Sie Rauchmelder.
  • Vermeiden Sie Tischdecken. Ihr Kind könnte sich daran hochziehen und die Decke samt Geschirr und heißen Speisen herunterreißen.
  • Lassen Sie keine kleinen verschluckbaren Teile herumliegen. Kleinkinder stecken gerne alles in den Mund und könnten daran ersticken.
  • Entfernen Sie alle Kordeln und Schnüre an Kinderkleidungen und am Bett, mit denen sich das Kind strangulieren könnte. Schnuller sollten nie mit einer Schnur um den Hals gehängt werden.
  • Setzen Sie Ihr Kind nicht in eine Lauflernhilfe. Es hat damit schon schwere Unfälle gegeben, bei denen die Kinder mitsamt der Lauflernhilfe über Türschwellen gestürzt sind oder Treppen hinuntergefallen sind.
  • Treppen sollten durch Gitter oder entsprechende Absperrungen gesichert werden. Achten Sie außerdem darauf, dass Ihr Kind auf der Treppe nicht rennt, sich nicht an anderen Kindern festhält oder Gegenstände mitnimmt.
  • Vor allem auf einem Balkon lauern Gefahren. Ihr Kind sollte keine (!) Sekunde unbeaufsichtigt bleiben. Machen Sie sich klar, was passieren könnte, wenn es auf einen Balkonstuhl klettert und von dort aus auf den Tisch, der womöglich unmittelbar an der Brüstung steht…
  • Ähnliches gilt für offene Fenster. Mittlerweile gibt es von fast allen Herstellern abschließbare Fenstergriffe.
  • Giftige Chemikalien wie Toilettenreiniger, Spül- und Scheuermittel und Medikamente usw. sollten sich ebenfalls nicht in Reichweite Ihres Kleinkindes befinden.
  • Im Garten sind giftige Pflanzen konsequent zu entfernen. Selbst wenn Ihnen Ihr Kind besonders vernünftig erscheint, könnte es doch irgendwann sein, dass es ein Schneeglöckchen oder eine Vogelbeere in den Mund steckt oder einige Minuten, nachdem es sie angefasst hat, seine Hände zum Mund führt.
  • Lassen Sie Ihr Kind niemals unbeaufsichtigt an einem Pool oder Planschbecken spielen. Gartenteiche sind so zu sichern, dass Ihr Kind nicht hineinfallen kann.

Weiterführende Literatur:

Brück, J.: Kindersicherheit - Gefahren erkennen, Gefahren vermeiden. 2009.

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