20.10.2009

Persönliches Zeitmanagement

Mehr Aufmerksamkeit für Ihr Kind

Kinder wünschen sich nichts so sehr, wie Zeit mit ihren Eltern zu verbringen. Und vermutlich ist nichts so wichtig im gemeinsamen Zusammenleben – sowohl für Sie als auch für Ihr Kind. Dass trotzdem viele Eltern zwar teures Spielzeug kaufen, aber, zumindest nach Ansicht ihrer Kinder, viel zu selten mit ihnen damit spielen, liegt vor allem an dem unterschiedlichen Zeiterleben von Kindern und Erwachsenen sowie der Zeitknappheit, mit der viele berufstätige Eltern durch ihren Alltag hetzen.

  • Versuchen Sie jeden Tag eine bestimmte Zeitspanne allein für Ihre Kinder frei zu sein. In dieser Zeit sollten Sie sich nicht anderen Tätigkeiten widmen oder sich allzu leicht ablenken lassen. Lassen Sie das Telefon einfach klingeln, wenn Sie Ihrem Kind beispielsweise eine Geschichte vorlesen.
  • Planen Sie ein solches „Rendezvous“ mit Ihrem Kind fest in Ihren Alltag ein. Als Termin immer dieselbe Tageszeit zu wählen, kann Ihrem Kind dabei emotionale Stabilität vermitteln – nach dem Motto „Egal, was auch tagsüber passiert, abends gehört Mama mir eine Stunde ganz allein“.
  • Hat sich Ihr Kind erst einmal darauf eingestellt, dass es jeden Tag eine gewisse Zeit lang Ihre ungeteilte Aufmerksamkeit genießt, fällt es ihm leichter darauf Rücksicht zu nehmen, dass Sie sich nicht ständig mit ihm beschäftigen können. Das entspannt die Familienatmosphäre ganz ungemein.
  • Zudem sollten Sie natürlich darauf achten, dass Sie mindestens einmal in der Woche etwas mit der ganzen Familie unternehmen. Dabei muss es nicht immer ein besonderer Event sein. Auch bei einem gemeinsamen Sonntagsfrühstück im Elternbett, einem spontanen Freibadbesuch oder einem ausgedehnten Spaziergang können Sie und Ihr Nachwuchs entspannen.
  • Nehmen Sie sich Zeit für Kleinigkeiten oder Alltäglichkeiten mit Ihrem Kind. Essen Sie gemeinsam am Tisch, lesen Sie gemeinsam ein Buch und gestatten Sie sich dabei eine Art „Tunnelblick“.
  • Auch die Einbeziehung Ihres Kindes in Ihren normalen Alltag wertet Ihr Kind als Geschenk. Falten Sie zusammen die Wäsche anstatt zu sagen: „Ich muss erst eben die Wäsche falten, dann habe ich Zeit für dich“ – bis dann plötzlich das Telefon klingelt. Vor allem Kinder im Kindergartenalter sind extrem empfindlich, wenn solche Versprechen gebrochen werden. Außerdem entwickeln sie selbst dadurch das Gefühl, die Zeit ‚totschlagen’ zu müssen bis Mama oder Papa wieder für sie Zeit haben, anstatt sie spielerisch zu nutzen. 
  • Sagen Sie Ihrem Kind klar, ab wann Sie Zeit für es haben und dass Sie sich darauf freuen, um 5 Uhr gemeinsam die Legokiste auszuräumen. Da kleine Kinder abstrakte Zeitangaben noch nicht verstehen, sollten Sie zu Visualisierungen greifen („wenn der große Zeiger auf der fünft steht“). Bis dahin ignorieren Sie Ihr Kind und überlassen es seiner „kreativen Langeweile“.

Machen Sie sich klar, dass gemeinsam verbrachte Zeit weniger eine Frage der Quantität, sondern vor allem eine Frage der Qualität ist.

Weiterführende Literatur

Heitkötter, M. u. a.: Zeit und Zeitpolitik für Familien, 2009.

© vitawo 2010