25.11.2009

Passivhäuser

Energieeffizienz und Wohnkomfort

Wenn die Preise für Heizöl und Erdgas steigen, lässt das einige tausend Wohnungsbesitzer in Deutschland kalt. Vielleicht freut es sie sogar, zeigt es doch, dass sie auf das richtige Pferd gesetzt haben. Die Rede ist von den Eigentümern der etwa 10.000 Passivhäuser in Deutschland. Noch vor wenigen Jahren als weltfremde Öko-Idealisten verspottet, wird das Prinzip des Passivhauses auch für nüchterne Rechner immer interessanter.

Niedrige Energiekosten

Nur ein Zehntel der Heizkosten konventioneller Häuser zahlen die Bewohner von Passivhäusern und haben es dennoch selbst bei kältesten Außentemperaturen drinnen mollig warm. Wie das geht? Passivhäuser werden – wie der Name schon sagt – passiv erwärmt und warm gehalten. Dicke Dämmschichten, dreifach verglaste Fenster und eine konsequente Vermeidung von Wärmebrücken führen dazu, dass das Gebäude weitgehend Luftdicht ist. Wärme kann also nicht nach außen gelangen. Eine Lüftungsanlage sorgt für frische Luft und nutzt gleichzeitig die Wärme der Abluft.

Die Passivhaustechnik sorgt dafür, dass die Körperwärme von zwei Personen in der Regel ausreicht, um ein 100-Quadratmeter-Haus zu heizen. Aber auch elektrische Geräte helfen bei der Beheizung. So hat man zum Beispiel festgestellt, dass eine Familie eine niedrigere Heizkostenabrechnung bekam als ihre Nachbarn in einer baugleichen Wohnung, weil sie deutlich länger Fernsehen schauten. Der geringe Restwärmebedarf kann über eine beliebige Wärmequelle erzeugt werden (Erdwärme, Pelletofen, thermische Solaranlage, Erdgasheizung usw.).

Hoher Wohnkomfort

Zufrieden sind die Bewohner der Passivhäuser nicht nur, weil die jährliche Abrechnung für die Heizkosten so gering ausfällt. Auch beim Wohnkomfort können die Passivhäuser punkten. Die Luft ist immer frisch, unangenehme Gerüche werden schnell nach draußen befördert. Gerade für Allergiker ist das Passivhaus ein Gewinn, können der Lüftungsanlage doch Pollenfilter vorgeschaltet werden.

Fenster dürfen übrigens – entgegen einem beliebten Vorurteil - auch in Passivhäusern jederzeit geöffnet werden. Sie müssen es nur nicht mehr.

Baukosten

Mit dem Passivhausstandard zu bauen verursacht erst einmal höhere Kosten. Bei einem Neubau müssen Sie mit etwa 100 Euro pro Quadratmeter an zusätzlichen Ausgaben rechnen. Bei Altbausanierungen sind es etwa 150 Euro pro Quadratmeter. Dagegen stehen die Einsparungen bei den jährlichen Energiekosten. Eine wissenschaftliche Studie belegt, dass die kapitalisierten Gesamtkosten, d. h. die Investitionen in das Gebäude einschließlich Planung und Haustechnik plus Betriebskosten über 30 Jahre, nicht höher sind als in einem durchschnittlichen Neubau. Passivhäuser werden über zinsvergünstigte Darlehen der Kreditanstalt für Wiederaufbau gefördert. Daneben gibt es noch regionale Förderprogramme.

Weiterführende Literatur

Laible, J.: Passivhaus Kompendium 2009.

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