23.02.2010

Benimmregeln für Kinder

So bringen Sie Ihrem Sprössling Manieren bei

Immer wieder wird der Ruf laut, Kinder nähmen von Generation zu Generation weniger Rücksicht auf ihre Mitmenschen. Doch ob sich Ihr Kind ordentlich bedanken soll, anderen Kindern seine Hilfe anbietet oder Tischmanieren hat, ist auch eine Frage Ihrer persönlichen Erziehungsprioritäten. Aber wie schafft man es, dass Kinder tatsächlich höflich sind und die damit verbundenen Tugenden wie Respekt, Wertschätzung, Bescheidenheit usw. tatsächlich für sich begreifen?

Die Antwort ist ebenso einfach wie knifflig: Durch Ihr ständiges Vorbild. Eltern, die immer freundlich grüßen, denen „danke“ und „bitte“ völlig selbstverständlich über die Lippen kommt und die anderen Menschen mit Respekt begegnen, werden ganz automatisch eher höfliche Kinder haben als solche, die lautstark fluchend im Auto über andere Verkehrsteilnehmer herziehen und ihren Kindern allgemein das Gefühl geben, dass gute Umgangsformen insgesamt ganz egal seien.

Zu den wichtigsten Benimmregeln, die sich Ihre Kinder ganz automatisch bei Ihnen abgucken und dann altersgerecht Stück für Stück nachahmen werden, gehören:

  • Freundliches Begrüßen. Ihr Kind muss niemandem die Hand geben (das wäre für die kindliche Gefühls- und Kontaktwelt auch vollkommen unnatürlich!), aber es sollte freundlich hallo sagen.
  • Nicht einfach grußlos gehen, sondern man verabschiedet sich sowohl von seinen Eltern als auch von Freunden, Lehrern und Trainern.
    Bitte und danke sagen.
  • Man fällt sich nicht gegenseitig ins Wort, sondern lässt den anderen ausreden. 
  • Sich entschuldigen, wenn etwas nicht in Ordnung war.
  • Beim Husten und Niesen die Hand vor den Mund halten.
  • Nicht drängeln, wenn man in der Schlange steht.
  • In öffentlichen Verkehrsmitteln bietet man Senioren und Schwangeren einen Platz an. Wenn über Kopfhörer Musik gehört wird, sollte die Lautstärke so geregelt sein, dass die Umstehenden nicht gezwungen werden, mitzuhören.
  • In Gesellschaft sollte man nicht mit der besten Freundin tuscheln.

Sonderrolle Tischmanieren

In Sachen Höflichkeit wird vor allem ein gemeinsames Essen nicht selten zum Minenfeld. Gerade beim Weihnachtsessen oder im Restaurant gilt es so vieles zu beachten.  Aber keine Sorge, Sie müssen Ihrem Vierjährigen nicht die Funktion einer Hummergabel nahe bringen, aber ein paar Minuten sollte er schon warten können, bevor er nach dem Essen aufsteht. Zu den wichtigsten Regeln gehören:

  • Gegessen wird erst, wenn alle am Tisch sitzen.
  • Der Teller wird nicht bis zum äußersten Rand voll gemacht.
  • Ihr Kind darf erst aufstehen, wenn alle Kinder am Tisch fertig sind.
  • Während des Essens wird weder gelesen, telefoniert noch gemalt.
  • Mit vollem Mund wird nicht gesprochen und getrunken.
  • Es wird nicht quer über den Tisch nach Schüsseln gegriffen, sondern man bittet darum, sich das Gewünschte anreichen zu lassen.
  • Ihr Kind sollte lernen, seinen Teller nicht völlig zu verwüsten und am Ende sein Besteck so auf den Teller zu legen, dass klar wird, es ist fertig.

Weiterführende Literatur:

Meyden, N.: Jedes Kind kann sich benehmen. So lernen Ihre Kleinen gute Umgangsformen. 2009.

© vitawo 2010