11.01.2010

Träumen

Für einen erholsamen Schlaf

Träume sind lebenswichtig, sowohl für den Körper als auch für die Seele. Wer am Schlafen gehindert wird, entwickelt körperliche und psychische Störungen. Träumen hat eine wichtige Bedeutung für die Psychohygiene: Menschen träumen, um zu vergessen. Die Themen, die den Schläfer nachts beschäftigen, belästigen ihn tagsüber nicht mehr.

Während der Nacht durchlebt der Mensch zwei Schlafzustände:

  • In der Tiefschlafphase besteht eine Muskelspannung, an der Hirnrinde kann elektrische Aktivität gemessen werden und die Augen bleiben ruhig.
  • In der Phase der Augenbewegungen werden die Augen schnell hin- und herbewegt, so, als ob der Schläfer jetzt einen Film verfolgt. Und tatsächlich wird in dieser Phase geträumt: Weckt man den Schläfer in dieser Phase, kann er von seinen Träumen erzählen, was in der Tiefschlafphase nicht möglich ist. Der Schlaf in der Phase der Augenbewegungen wird auch REM-Schlaf genannt, nach dem englischen Begriff "Rapid-Eye-Movement" (schnelle Augenbewegungen). Die REM-Phase tritt in der Regel alle 90 Minuten auf und dauert im Schnitt 20 Minuten.

Tiefschlafphasen und REM-Phasen wechseln sich im Laufe der Nacht ab. Tiefschlafphasen nehmen im Laufe der Nacht ab, der leichte Schlaf und der Traumschlaf nehmen gegen Morgen zu. Die Dauer der REM-Phase wird im Lebenslauf immer kürzer. Kleine Kinder träumen die Hälfte ihrer Schlafzeit, Senioren nur noch ein Fünftel.

Trauminhalte

Der Begründer der Psychoanalyse, Sigmund Freud, hat als erster erkannt, dass die Botschaften der Träume Signale aus dem Unbewussten darstellen. Verdrängte Gefühle, Erinnerungen und Gedanken kehren so in verschlüsselter Form wieder ins Bewusstsein. Diese Symbole versucht man seit Jahrtausenden zu deuten. Allein im Internet gibt es zahlreiche Seiten mit Listen von Traumbildern und ihrer Bedeutung, von der einschlägigen Literatur ganz zu schweigen. Dabei kommt es bei der Deutung immer auch auf die Persönlichkeit, die Lebensumstände des Träumenden und die Gefühle während des Traums an.
Vieles, was Geist und Seele belastet, ist so schwerwiegend, dass es im Traum nicht offen gezeigt werden kann. So unterscheiden Psychologen zwei Arten von Träumen: Den manifesten Traum kann man nach dem Aufwachen mühelos erzählen. Beim latenten Traum werden die belastenden Gefühle und Erinnerungen symbolisch dargestellt. Typische Beispiele sind Verfolgungsträume oder Träume vom Tod. Psychologische Therapien nutzen die Träume, um nicht bewusste Konflikte von Klienten aufzudecken und an ihnen zu arbeiten.

Weiterführende Literatur

Lösche, N.: Handbuch Traumdeutung, 2009.

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