20.10.2009

Das erste Vorstellungsgespräch

Das passende Outfit wählen

Gerade beim ersten Vorstellungsgespräch ist die Unsicherheit sehr groß, welches Outfit das passende ist. Sollte man modisch gestylt sein, oder sich einfach nur etwas ordentlicher als sonst anziehen? Sich für ein Bewerbungsgespräch passend zu kleiden, kann eine durchaus heikle Sache sein.

Generell gilt: Verkleiden Sie sich nicht, auch wenn die Kleidung insgesamt ordentlicher sein sollte als die Kleidung, die in der Schule und Freizeit getragen wird. Auch schick gemacht sollten Sie sich immer noch wohl fühlen in Ihrer Haut. Insofern sind Sie selbst die maßgebliche Instanz für die Beurteilung des richtigen Dresscodes. Darüber hinaus gibt es einige hilfreiche Regeln.

  • Der erste Eindruck zählt. Wer ungepflegt, mit dreckigen Hosen und ausgetretenen Turnschuhen zum Vorstellungsgespräch erscheint, macht direkt einen schlechten Eindruck.
  • Junge Frauen dürfen ruhig weiblich wirken, aber nicht sexy (wenig Dekolleté, keine nackten Beine oder Schultern usw.). Dunkle Blazer, schicke Hosenanzüge oder Kostüme sind immer angebracht. Vorsicht ist geboten bei Knallfarben. Einzelne leuchtende Stücke sollten durch klare Schwarz-, Grau- oder Weißtöne abgefangen werden, sonst wirkt es schnell zu bunt. Auch gemusterte Strümpfe oder allzu hohe Absätze wirken wenig seriös. Bauchfreie T-Shirts sind tabu. Benutzen Sie wenig Make-up. Das Vorstellungsgespräch ist kein Disco-Besuch.
  • Junge Männer haben es da in der Regel leichter, nicht aus dem Rahmen zu fallen. Mit einer Stoffhose und einem Sakko sind Sie immer gut gekleidet. Es darf auch ein dünner Wollpulli mit Hemd sein.
  • Für beide Geschlechter gilt: Meiden Sie generell sichtbare Piercings und Tattoos. Achten Sie auf ein gepflegtes Äußeres mit einem ordentlichen Haarschnitt, saubere Fingernägel und Körperhygiene. Bessere Möglichkeiten für stilvolle individuelle Akzente im Berufsleben sind Schuhe, Gürtel, Uhren und evtl. dezent getragener Schmuck. 
  • Passen Sie sich mit Ihrem Outfit an das Unternehmen an. Wenn sich eine junge Frau in einem Kosmetikunternehmen vorstellt, sollte sie durch ihr Äußeres zeigen, dass sie Freude am Stylen und Schminken hat. Ein junger Mann, der sich um eine Stelle in einem Sportgeschäft bewirbt, darf gerne sportlicher auftreten als derjenige, der einen Ausbildungsplatz in einer Bank anstrebt. Der alte Konfirmationsanzug sollte aber im Schrank bleiben.

Die Frage nach der Kleidung in einer Bewerbungssituation ist durchaus keine banale Sache, denn Kleidung dokumentiert die Zugehörigkeit zu einer sozialen Gruppe, die Konformität mit Regeln, die auch im Beruf erwartet wird. Anders formuliert: Wer sich nicht gewissen Kleidungsregeln unterordnet, setzt auf Konflikt statt auf Konsens und erzeugt möglicherweise atmosphärische Störungen, die auch durch noch so gute Zeugnisnoten nicht abgefangen werden können.

Weiterführende Literatur:

Hesse/Schrader von Eichborn: Das 1x1 des erfolgreichen Vorstellungsgesprächs - Ablauf und Vorbereitung. Antworten auf Schlüsselfragen. Kleidung und Körpersprache. 2008. 
 

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