Jugendkriminalität steigt
In den Jahren zwischen 1987 bis 2000 ist die Kriminalitätsrate bei Jugendlichen laut Deutschem Lehrerverband angestiegen. Bei unter 14-Jährigen hat sie sich verdreifacht, in der Altersgruppe 14 bis 18 Jahre mehr als verdoppelt. Viele Kinder gehen bewaffnet zur Schule oder tragen Abwehrmittel gegen Angreifer bei sich.
Was ist Gewalt?
Gewalt ist Aggression, gleich welcher Form. Sie kann sich verbal, durch Handlungen oder auch auf die Psyche gerichtet ausdrücken. Ziel ist es, jemanden zu verletzen, körperlich oder seelisch, so dass auch Mobbing unter das Thema Gewalt fällt. Häufige Ursache für die Eskalation ist ein „Machtunterschied“ zwischen den Konfliktparteien, das Opfer wird als schwach oder minderwertig angesehen.
Die Hintergründe
Meist steckt hinter der gewalttätigen Eskalation die eigene Unfähigkeit, Konflikte auf andere Art zu lösen. Gewalt ist Ausdruck einer Hilflosigkeit gegen persönliche Umstände oder zeigt persönliche Defizite. Hintergründe können sein:
- Komplexe und Minderwertigkeitsgefühle
- Langeweile
- Konsum von Gewalt (Computerspiele, Filme)
- Misshandlung in der Kindheit
- Unfähigkeit, sich verbal zu verteidigen, auszudrücken
- Kein Einfühlungsvermögen in andere
Was tun?
Wichtig ist ein Programm zur Gewaltprävention und die Teilnahme der Betreuungspersonen, seien es Ausbilder in einem Betrieb, Lehrer oder Eltern, an Schulungsseminaren, denn noch immer gibt es kaum in Gewaltprävention geschultes Personal an Schulen oder in Ausbildungsbetrieben.
- Stellen Sie klare Regeln auf. Seien Sie bestimmt.
- Teilen Sie Verantwortung. Wer ernst genommen wird, fühlt sich besser.
- Seien Sie jederzeit zu Gesprächen bereit, unterstützen Sie, wo es nur geht.
- Beziehen Sie klar Position zum Thema Gewalt.
- Setzen Sie sich bei Konflikten an einen Tisch und moderieren Sie ein Gespräch zwischen den Konfliktparteien. Kommunikation ist wichtig.
- Nicht alle Konflikte können durch Reden und Vermittlung gelöst werden. Helfen Sie, Verteidigungsstrategien zu entwickeln, sich wehren zu können.
- Versuchen Sie, sensibel zu sein und aufkommende Konflikte früh genug zu erkennen.
- Leben Sie klare Gewaltprävention vor!
Weiterführende Literatur




