24.09.2009

Internate

Einfach besser - einfach anders?

Seit dem Pisa-Schock fragen sich immer mehr Eltern, ob Internate eine alternative Schulform für ihre Kinder sind. Früher standen sie in dem Ruf, Eliteschulen für Kinder reicher Eltern zu sein, die die Bildung und Erziehung in die Hände Fremder legen wollten. Heute überzeugen die kleinen Klassen, Hausaufgabenbetreuung, die individuelle Förderung durch engagierte Pädagogen und gute Ausstattung immer mehr Eltern.

Es gibt rund 300 Internate in Deutschland, die zumeist landschaftlich herrlich gelegen sind. Neben der schulischen Förderung bieten viele Internate umfangreiche Freizeitmöglichkeiten an. Von musischen und handwerklichen Angeboten bis hin zu Segeln und Reiten. Und auch das Verantwortungsgefühl für das Gemeinwohl wird meist großgeschrieben.

Die Grundsatzentscheidung

  • Schätzen Sie Ihr Kind richtig ein. Glauben Sie, dass es sich auf einem Internat wohlfühlen könnte? Kann es eine dauerhafte Trennung von der Familie verkraften?
  • Beim Thema Internat ist eines absolute Pflicht: Freiwilligkeit. Ihr Kind muss unbedingt auf ein Internat gehen wollen. Es verlässt nicht nur die vertraute Umgebung des eigenen Zuhauses, sondern muss fortan auch auf die Möglichkeit eines enges Kontaktes zu seinen Eltern verzichten. Schülerinnen und Schüler sollten die Einschulung dort als nicht Strafe oder gar als Abschiebung ansehen.
  • Ist Ihr Kind bereit, sich ein- und unterzuordnen?  Die Regeln des Zusammenlebens sind in den meisten Einrichtungen eher streng. Verabschieden Sie sich auch von der Vorstellung, dass Ihr Kind im Internat vor bestimmten negativen Einflüssen gänzlich geschützt ist. Das ist auch gut so, denn wie sollte sich Ihr Kind sonst nach Abschluss seiner Schulzeit in der „wirklichen Welt“ behaupten.
  • Denken Sie bei Ihrer Entscheidung nicht nur daran, was Ihr Kind gewinnt, sondern auch daran, was Sie verlieren. Auch Sie verzichten nicht nur auf seine Anwesenheit, sondern auch auf persönliche Einflussmöglichkeiten und Erlebnisse in seiner Entwicklung.

Ein Internat finden

Die Vielfalt der deutschen Internatslandschaft setzt eine sorgfältige Prüfung voraus. Es gibt kirchliche und staatliche Internate, Landerziehungsheime, Jugenddörfer und Waldorf-, Montessori-, Hochbegabten- oder Sportinternate.

  • Erkundigen Sie sich sorgfältig und nehmen Sie die anvisierten Institute genau in Augenschein. Die meisten Internate bieten neben einem Schnuppertag auch Probewohnmöglichkeiten an. Häufig gibt es ohnehin eine etwa sechsmonatige Probezeit.
  • Nutzen Sie sämtliche Referenzen, z. B. Kontakte zu ehemaligen Schülern bzw. deren Eltern, um sich ein Bild zu machen. Häufig gibt es auch einen „Ehemaligenverein“ (Alumni), der Ihnen wertvolle Informationen liefern kann. Lassen Sie sich in jeder Hinsicht Zeit für Entscheidung.
  • Selbst wenn Sie solvent sind, sollten Sie die langfristigen Kosten für einen Internatsaufenthalt genau kalkulieren. Die Kosten liegen zwischen 300 und 3.000 EURO monatlich, ohne Taschengeld und Reisekosten.  Es gibt verschiedene Stipendien, nach denen Sie sich bei den Internaten erkundigen können.

Weiterführende Literatur:

 

© vitawo 2010