23.06.2009

Mentoring

Jugendlichen mit Wissensvorsprung weiterhelfen

Mentor war in der griechischen Mythologie der Ratgeber des Sohns des Odysseus, der ja bekanntlich eine zeitlang auf Irrfahrt und von Zuhause fort war. Heute bezeichnet der Begriff Mentor jemanden, der z.B. Jugendlichen mit seinem Vorsprung an Wissen und Erfahrung auf vielfältige Weise auf das (Arbeits-)Leben vorbereitet. Denn längst erfreuen sich Mentoring Programme nicht mehr nur in Unternehmen, sondern auch an Schulen und Universitäten großer Beliebtheit.

Wohin mit den Talenten?

Die Entscheidung für einen Beruf fällt den meisten Jugendlichen schwer. Auch die Schulen sind hier als Wegbereiter nicht immer gut vorbereitet, da sie einfach zu praxisfern sind. Die Zahlen sind alarmierend: Jeder zweite Hauptschüler hat ein Jahr nach dem Abschluss keinen Ausbildungsplatz, jeder dritte Bachelorstudent bricht sein Studium ab. Hilfe bieten Mentoring Programme, die den Schülern einen Begleiter an die Seite stellen, der ihm mit seiner Erfahrung und seinem Wissen bei der Entscheidung helfen kann. Der Mentor kann seinem Mentee oder Protege Tipps geben, sich mit ihm austauschen, die Talente zu erkennen und so einen Berufswunsch klarer formulieren zu helfen.

Was kann ein Mentor?

  • Manchmal ist es einfacher, wenn ein „Fremder“ und nicht die Eltern Tipps geben.
  • Er wird als Freund akzeptiert, der vielleicht die eigenen Probleme und Wünsche des Jugendlichen besser nachvollziehen kann.
  • Passend ausgesucht, kann der Mentee vom Lebenslauf des Mentors profitieren, kann Talente und Perspektiven erkennen lernen.
  • Der Mentor hilft mit seinem Wissensvorsprung z.B. bei der Berufswahl, dem Schreiben von Bewerbungen, korrigiert falsche Vorstellungen von einem Beruf, erweitert die Sichtweise oder ermöglicht das Hineinschnuppern in ein Arbeitsfeld.
  • Der Mentor kann schon früh in der Schulkarriere Tipps geben, wie der Schüler seine beruflichen Ziele verwirklichen kann.

Wo findet sich ein Mentor?

Auch in Deutschland gibt es mittlerweile zahlreiche Mentoring Programme für Jugendliche. Für Gymnasiasten gibt es „Die Komplizen“ (www.die-komplizen.org). Auch die Industrie- und Handelskammern (IHK) unterstützen Initiativen, die Schule und Betriebe vernetzen sollen. Eine der bekanntesten Mentoring Programme sind die „Großen Brüder Große Schwestern“ (Big Brothers Big Sisters), die es jetzt auch in Deutschland gibt.

Weiterführende Literatur

Ehlers, J.: Jugend-Mentoring in Deutschland: Patenschaftsprogramme im Handlungsfeld Berufsorientierung und Berufswahl, 2007.

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