Gelassen bleiben!
Versuchen Sie in allen Konflikten auch immer ein wenig das Positive zu sehen. Ihr Kind fühlt sich zuhause offenbar so sicher, dass es sich gehen lassen kann. Außerdem fördert jeder Streit die Autonomie Ihres Kindes.
Stimmungsschwankungen zulassen
Von himmelhoch jauchzend bis zu Tode betrübt ist bei Pubertierenden keine Seltenheit. Was auf Sie launisch und unberechenbar wirken mag, hat handfeste Ursachen. Der Hormonhaushalt Ihres Kindes gleicht einer Achterbahn. Sein vertrauter Körper verändert sich in einem erschreckend radikalen Maße, alte Freunde brechen weg und alle neuen Freundschaften werden erst einmal als unsicher erlebt.
Erziehungsstil beibehalten!
Haben Sie Ihrem Kind schon immer eher viel zugetraut und es gefördert, statt es zu „bemuttern“ oder „bevatern“? Dann können Sie nicht ausgerechnet jetzt dazu übergehen, ihm kaum mehr eigene Freiräume zuzugestehen. Besser ist es, einfach konsequent den Erziehungsstil weiter zu verfolgen, den Sie ganz instinktiv auch in den ersten Jahren für richtig erachtet haben. Es gibt zunehmend Situationen, in denen Sie die Zügel lockern oder anpassen müssen, da Ihr Kind nun reifer und selbstständiger wird. Es geht insofern nicht darum, pubertierende Kinder gleich zu erziehen, sondern in gleicher Weise. Wenn Sie früher klare Regeln aufgestellt haben, sollten Sie das auch in der Pubertät machen. Lassen Sie sich nicht auf ständige Diskussionen ein.
Weiterhin miteinander reden!
Kommunikation ist das A und O in jeder sozialen Beziehung. Wenn Sie streiten, sich anschreien, gemeinsam heulen – gut. Erst wenn Sie nicht mehr miteinander sprechen, wird es brenzlig. Dann lassen Sie in gewisser Weise Ihr Kind im Stich. Solche Erfahrungen mögen vielleicht im Eifer der Situation erklärlich erscheinen, sie sind aber später häufig nur schwer wieder aufholbar. Um dies zu vermeiden, sollten Sie lieb gewonnene Familienrituale wie z. B. ein gemeinsames Essen am Wochenende aufrechterhalten, um Zeit für gemeinsame Gespräche zu haben.
Diskussionen ja - aber nicht ständig!
Bei allem Positiven, das ein gemeinsames Gespräch bewirken kann. Absolute Selbstverständlichkeiten, die im familiären Zusammenleben einfach gefordert sind, sollten nicht ständig neu diskutiert werden. Wenn Ihre Tochter also irgendwann aufhört, Ihre Schmutzwäsche in den Waschkeller zu bringen, wird diese eben nicht mehr gewaschen. Auch ein „Guten Morgen“ sollte selbstverständlich sein. Andererseits sollten wichtige Dinge, zu denen Ihr Kind seine Meinung beizutragen hat, durchaus mehr in den Fokus des Verhandelbaren rücken. Wenn Ihr Kind Sie mit guten Argumenten überzeugt, in diesem Sommer mal nicht in die Berge, sondern ans Meer zu fahren, ist seine Meinung eben nicht mehr als kindlicher Kommentar abzuqualifizieren („Das wird Dir schon gefallen, wirst schon sehen …!“), sondern als qualifizierter Beitrag zur Familiendebatte wertzuschätzen. Wenn Sie Ihren Teenager in dieser Hinsicht ernst nehmen, wird er auch in anderer Hinsicht sich vielleicht eher erwachsen als kindisch verhalten.
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