Bedenken Sie, dass Kinder Fernsehen anders wahrnehmen als Erwachsene. Vieles wird nicht verstanden und kann zu Ängsten führen. Kinder polarisieren stark und benötigen Figuren, die diesem Schema folgen wie z. B. gut oder böse, mutig oder ängstlich. Sie können in diesem Alter noch nicht genau begreifen, dass das im Fernsehen Gezeigte nicht immer real ist. Die Sendungen sollten dem Alter des Kindes entsprechen. Bei aller Skepsis, es gibt auch viele lehrreiche Sendungen. Treffen Sie Absprachen, wann und wie lange geschaut wird.
- Das Fernsehen sollte grundsätzlich nicht den Tagesablauf bestimmen. Spielen mit Freunden und gemeinsame Unternehmungen sollten davon nicht beeinträchtigt werden. Spät abends sollte für kleinere Kinder das Fernsehen tabu sein.
- Für drei- bis sechsjährige Kinder wird ein Fernsehlimit von einer halben Stunde pro Tag empfohlen. Ausnahmen sollten möglich sein, z. B. wenn ein besonders schöner Film gezeigt wird.
- Lassen Sie Ihr Kind während des Fernsehens umher laufen. Kinder verarbeiten auf diese Weise vorübergehende Anspannungen.
- Kinder sollten beim Fernsehen nicht essen. Viele Kinder leiden unter Übergewicht, weil genau das nicht beachtet wird.
- Setzen Sie Fernsehen nicht als Belohnung ein. Der Fernseher erhält sonst einen zu hohen Stellenwert. Auch die Strafe „Heute darfst du nicht fernsehen!“ sollten Sie aus diesem Grund vermeiden.
- Lassen Sie Ihr Kind nicht direkt vor dem Schlafengehen fernsehen. Es kann die gewonnenen Eindrücke sonst nur unzureichend verarbeiten.
- Ein Fernseher im Kinderzimmer erhöht den TV-Konsum. Jedes dritte Kind hat einen eigenen Ferseher im Zimmer. Für Kinder sollte ein eigener Apparat tabu sein.
- Schauen Sie sich zusammen mit Ihrem Kind Sendungen an. So können Sie anschließend über das Gesehene sprechen kann.
Ist in Ihrer Familie trotz aller Regeln der Fernsehkonsum Ihres Kindes einfach nicht zu reduzieren? Dann hilft nur, konsequent zu bleiben und ihm Alternativen anzubieten. Gehen Sie mit ihm in den Zoo, ins Planetarium, auf den Spielplatz oder laden Sie seine Freunde zum Spielen ein. Es gibt viele Möglichkeiten, Kinder zu beschäftigen. Fernsehen sollte lediglich eine untergeordnete Rolle einnehmen.
Weiterführende Literatur:
Jan-Uwe Rogge: Das neue Kinder brauchen Grenzen. 2008.




