26.01.2010

Ambulante Operationen bei Kindern

Morgens Operation, abends nach Hause

Zu den unliebsamsten Erfahrungen, die ein Kind machen kann, gehören Operationen und alles, was mit Ärzten, Medizin und Krankenhaus zu tun hat. Zum Glück können heutzutage viele Eingriffe ambulant vorgenommen werden. Doch wann ist eine schnelle Rückkehr in die eigenen vier Wände sinnvoll?

Voraussetzung für eine ambulante Operation
 
Die Fortschritte der Medizin machen es möglich, dass mittlerweile bis zu 80 Prozent der Eingriffe in der Kinderchirurgie ambulant vorgenommen werden können. Dazu gehören Leistenbrüche, Entfernung von Polypen, Muttermalen, Überbeinen, Mandeln (teilweise), Blutschwämmen, Zysten. Auch Operationen am Ohr wie Paukenröhrchen oder Anlegen abstehender Muscheln.

Auf gar keinen Fall kommen ambulante Behandlungen bei Babys unter 6 Monaten („Frühchen“ unter 1 Jahr), chronisch kranken Kindern (z.B. Herzprobleme, Asthma, Blutgerinnungsstörungen), nach frisch überstandenen schweren Krankheiten, direkt nach Impfungen und bei Operationen mit großem Aufwand oder Blutverlust (z.B. Blinddarm) infrage.

Vorteile für kleine Patienten

Bei einer ambulanten Operation erfolgt die medizinische Versorgung, genauso wie bei einen stationären Aufenthalt, auf höchstem Niveau und bietet viel Sicherheit. Bis direkt vor der Operation und sofort danach können die Eltern bei ihren Kindern bleiben. Die psychische Belastung ist für die Kinder nicht so hoch, da sie abends wieder nach Hause dürfen. So müssen sie nur wenige Stunden in einer fremden Welt verbringen. Die Angst vor der Operation ist schnell vorbei und die Trennung von den Eltern nur ganz kurz. Sollten zu Hause unerwartete Komplikationen auftreten, kann das Kind kurzfristig stationär aufgenommen werden.

Hilfe der Eltern wichtig

Voraussetzung für einen ambulanten Eingriff sind Eltern, die körperlich und seelisch in der Lage sind, ihr Kind zuhause weiter zu pflegen. Damit die Kinder optimal versorgt sind, finden ausführliche Gespräche mit dem Klinikpersonal statt. Wichtig ist auch, dass für alle Eventualitäten ein Arzt in Rufweite ist. Schon im Vorfeld können Eltern helfen, ihr Kind mit Büchern oder Hörspielkassetten auf das bevorstehende Ereignis vorzubereiten. Wichtig ist, dass die Eltern ihre eigenen Ängste nicht auf das Kind übertragen. Alle Fragen können vor der Operation ausführlich mit dem Arzt besprochen werden. Es ist wichtig, dem Kind Ruhe und Vertrauen zu vermitteln, damit es in der fremden Situation keine Angst hat. Viele Kinder machen schon wenige Stunden nach der Operation wieder einen fitten Eindruck. Dennoch sollten sie die nächsten Tage zuhause in Ruhe verbringen, bis sich der Organismus erholt hat – denn auch eine ambulante Operation ist eine Operation.  

Weiterführende Literatur:

Busch, S./Noller, U.: Ohne Angst zum Kinderarzt. So nehmen Sie Ihrem Kind die Angst vor dem arzt und Krankenhaus.2007. 

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