Vom Bettnässen sind mehr Kinder betroffen, als man meint. Etwa jedes zehnte Kind im Alter von 4 bis 15 Jahren nässt gelegentlich ein. Um angemessen reagieren zu können, sollten Sie zunächst nach den Ursachen forschen. Vielleicht hat Ihr Kind im Kindergarten plötzlich Schwierigkeiten oder es gab Streitigkeiten in der Familie?
Bettnässen hat häufig seelische Gründe
Das Einnässen ist meist ein Symptom für Krisensituationen. Ihr Kind löst seine Anspannung im nächtlichen Einnässen. Dabei muss es nicht unbedingt um dramatische Ereignisse wie Trennung der Eltern, Tod eines nahestehenden Angehörigen oder Geburt eines Geschwisterchens gehen. Häufig sind es verborgene Spannungen und seelische Belastungen, die das Bettnässen begünstigen. Manchmal kann Bettnässen erblich oder organisch bedingt sein. In der Regel hört es bei vielen Kindern von alleine wieder auf.
Helfen Sie Ihrem Kind
- Vor dem Ende des vierten Lebensjahres redet man nicht vom Bettnässen, sondern von einer noch nicht abgeschlossenen Sauberkeitserziehung. Denn die Kontrolle der Harnblase vollzieht sich bei Kindern zu unterschiedlichen Zeiten und die Veranlagung spielt eine wichtige Rolle. Neben seelischen Reizen kann der Schlaf für sich genommen schon ein Auslöser für das Bettnässen sein und zeigt nur, wie tief Ihr Kind schläft.
- Reagieren Sie also nicht frustriert oder verärgert, wenn Ihr Kind nach einer längeren Zeit des Trockenseins plötzlich wieder einnässt. Es gibt viele Gründe für Rückfälle. Gerade bei Aufregung, Stress, im Spieleifer oder bei Krankheiten kann es zu kleinen Rückfällen kommen. Zeigen Sie Verständnis für diese Phase. Sie gehört zum normalen Entwicklungsverlauf.
- Führen Sie Tagebuch. Jede trockene Nacht ist ein Erfolg.
- Ist Ihr Kind, von Ausnahmen abgesehen, bis zu Beginn des fünften Lebensjahres noch nicht trocken, sollten Sie allerdings durch den Kinderarzt abklären lassen, ob nicht eventuell organische Ursachen dafür vorliegen.
- Häufiger als körperliche Ursachen sind seelische Gründe. Einschneidende Erlebnisse wie Scheidung der Eltern, Geburt eines Geschwisterchens, Kindergarteneintritt oder Todesfall sind hier ebenso zu nennen wie der drohende Aufmerksamkeitsverlust, den Ihr Kind vielleicht mit der Abgabe der Windel verbindet. Seien Sie verständnisvoll und dramatisieren Sie nicht.
- Nehmen Sie den Druck heraus und treffen Sie einfache Vorsorgemaßnahmen für die Nacht, indem Sie beispielsweise die Matratze mit einer Gummiauflage schützen, ein Töpfchen neben das Bett stellen oder einfach das Licht auf der Toilette brennen lassen.
Weiterführende Literatur:
Grünebaum, G.: Elternratgeber Bettnässen: Hilfe für Kinder ab 5 Jahren und Jugendliche. 2009.




