Aber nicht selten kommt es zwischen den Eltern und Großeltern zu Konflikten. Dabei wollen alle für die Kleinen nur das Beste. Wird das erste Kind geboren, ändern sich die Rollen in der Familie. Kinder werden zu Eltern, Eltern zu Großeltern. Nicht selten kommen bei Großmüttern verloren geglaubte Muttergefühle wieder auf. Die Einmischung in die Erziehung ist den meisten gar nicht bewusst. Manchmal trauen sie ihren Kindern gar nicht zu, für einen neuen Erdenbürger zu sorgen.
Dabei könnte alles so einfach sein: Sie bekommen in Ihrer Mutter oder Ihrem Vater eine kostenlose Betreuungsperson und Ihre Eltern sehen ihre geliebten Enkel häufiger. Auch für die kindliche Entwicklung sind Großeltern wichtig. Sie sind nah genug an der Familie, um ihren Enkeln Halt zu geben. Gleichzeitig haben sie genügend Abstand, so dass sie für die Kinder eher beste Freunde denn Autoritätspersonen darstellen können. Mischen sich Ihre Eltern zu sehr in die Erziehung Ihres Kindes ein, sollten Sie allerdings reagieren.
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Legen Sie Ihren Eltern dar, was Ihnen in der Erziehung Ihres Kindes wichtig ist und woran sich auch Ihre Eltern halten sollen. Schnüren Sie das Korsett für Ihre Eltern aber nicht zu eng und seien Sie auch mal großzügig. Es ist kein Beinbruch, wenn Ihr Kind bei Opa auch mal eine halbe Stunde länger aufbleiben darf oder wenn Oma eine Tüte Chips hervorholt.
- Nervt es Sie, dass Ihre Eltern sich immer wieder in die Erziehung Ihres Kindes einmischen, suchen Sie die Aussprache. Machen Sie Ihren Eltern klar, dass Sie die Verantwortung für Ihr Kind tragen.
- So schwer es Ihren Eltern auch fällt, sie müssen lernen, dass sich mit der Geburt Ihres Kindes die Gewichte innerhalb der Familie verschoben haben. Stellen Sie aber nicht die Erziehungskompetenz Ihrer Eltern in Frage. Immerhin haben sie es auch geschafft, ein oder mehrere Kinder groß zu ziehen.
- Haben Sie das Gefühl, dass Ihre Mutter/Schwiegermutter versucht, Ihre Erziehung zu konterkarieren, wenn Sie ihr das Kind zur Betreuung überlassen, dann stellen Sie klare Regeln auf. Auch wenn es beispielsweise früher üblich war, ein Kind auch mal schreien zu lassen, um es nicht zu sehr zu behüten, stellen Sie klar, dass Sie dies nicht für richtig halten und auch von Ihrer Mutter erwarten, dass Sie sich daran hält.
- Setzen Sie Ihr Kind aber nicht als Druckmittel gegen Ihre Eltern oder Schwiegereltern ein. Damit ist niemandem geholfen, schon gar nicht den Kindern, die sich immer wieder über einen Besuch bei Oma und Opa freuen. Sonst besteht die Gefahr, dass sich die Fronten so sehr verhärten, dass ein Ausgleich kaum noch möglich ist.
Versuchen Sie aber auch, sich in die Haut Ihrer Eltern zu versetzen. Die Einmischung, die Sie vielleicht als so nervig spüren, zeigt, dass Sie und Ihr Kind ihnen am Herzen liegen. Sie wollen Sie einfach nur unterstützen. Es fällt Ihnen aber schwer, Sie in die Selbstständigkeit zu entlassen und sich selbst etwas zurück zu nehmen. Stellen Sie selbstbewusst Ihren Standpunkt dar und bleiben Sie konsequent, dann werden sich auch Ihre Eltern mit der Zeit in ihrer neuen Großelternrolle einrichten und sich darin wohlfühlen.
Weiterführende Literatur:
Stoppard, M.: Das Großeltern-Buch. Der Ratgeber für eine ganz besondere Beziehung. 2008.




