Was ist Hochbegabung?
Von Hochbegabung spricht man, wenn das Kind einen IQ von über 130 aufweist. Da aber Tests erst ab einem Alter von rund sechs Jahren durchgeführt werden können und erst ab zehn Jahren zuverlässige Aussagen liefern, tappen Eltern, die Ihr Kindergartenkind für hoch begabt halten, zunächst noch einige Zeit im Dunkeln. Vorher durchgeführte Tests können nur Auskunft über den momentanen Entwicklungsstand machen, der bei allen Kindern unterschiedlich ist. Er sagt nichts über die Intelligenz aus.
Hochbegabung erkennen
Sie müssen sich überwiegend auf Ihre eigenen Beobachtungen verlassen. Eine mögliche Hochbegabung könnte vorliegen, wenn Ihr Kind
- sehr früh seinen eigenen Namen nennt und sich selbst als „ich“ bezeichnet,
- mit anderthalb Jahren schon drei-Wort-Sätze sprechen kann,
- bereits vor dem dritten Geburtstag Buchstaben und Zahlen benennt und noch vor dem vierten Geburtstag Worte lesen und einfache Rechenoperationen vollziehen kann,
- mit noch nicht einmal zwei Jahren schon Melodien erkennbar wiedergeben kann,
- frühzeitig abstrakte Zusammenhänge erfragt („Wenn Opa jetzt im Himmel wohnt und alle Menschen sterben müssen, muss der Himmel doch unendlich groß sein, oder?“).
Was können Sie als Eltern tun?
Sie können Ihr Kind mit Dingen fördern, die nicht unbedingt schulrelevant sind. Sprachbegabte Kinder können schon im Kindergartenalter eine Fremdsprache erlernen, musische Kinder ein Instrument spielen, kleine Forscher naturwissenschaftliche Kurse und Museen besuchen. Die Möglichkeiten sind unbegrenzt.
Vertrauen Sie Ihrer Intuition – stehen Sie hinter Ihrem Kind und fördern Sie es, damit es seine Hochbegabung ausleben kann und nicht hinter seinen Möglichkeiten bleiben muss. Haben Sie das Gefühl, dass es im Kindergarten nicht ernst genommen wird, führen Sie Gespräche mit den Erzieherinnen. Scheuen Sie nicht davor zurück, Ihr Kind in einem anderen Kindergarten anzumelden, in dem seine besonderen Fähigkeiten gefördert werden.
Folgen einer unerkannten Hochbegabung
Eine nicht entdeckte Hochbegabung kann durchaus zu Problemen führen. Ein Kind, das permanent unterfordert wird, fühlt sich nicht wohl. Ihm ist häufig langweilig und es leidet mehr oder minder still vor sich hin. Eine nicht geförderte Hochbegabung bzw. Teilleistungsstärke kann sich verlieren oder schlimmstenfalls sogar in unterdurchschnittliche Leistungen auf diesem Gebiet münden. Schulverweigerer oder -versager mit einem IQ über 130 sind nicht so selten, wie man hoffen sollte.
Weiterführende Literatur:
Alvarez, Chr.: Hochbegabung: Tipps für den Umgang mit fast normalen Kindern. 2007.




