Regeln aufstellen
Brechen Sie aus dem Kreislauf ewiger Machtkämpfe aus, indem Sie Ihrem Kind klar und konsequent Grenzen setzen.
- Stellen Sie nicht zu viele Regeln auf, sondern beschränken Sie sich auf die Regeln, die Ihnen besonders wichtig sind.
- Formulieren Sie die Regeln möglichst positiv. Statt „Hauen ist verboten!“ besser „Wir lösen Streit, ohne dem anderen weh zu tun!“ oder statt „Schrei’ nicht so laut!“ besser „Sprich leise!“.
- Berücksichtigen Sie das Alter Ihres Kindes. Stellen Sie nur Regeln auf, die Ihren Nachwuchs entwicklungsbedingt nicht überfordern. Lassen Sie es mit entscheiden.
- Sprechen Sie Ihr Kind Auge in Auge an und rufen Sie nicht quer durch die Wohnung hinter ihm her.
- Sagen Sie Ihrem Kind genau, was es tun soll. Mit einer allgemeinen Aufforderung wie „Räum‘ auf“, sind kleine Kinder überfordert. Sagen Sie: „Leg‘ bitte die Bausteine in die Kiste und die Anziehsachen in den Wäschekorb!“
Kinder brauchen klare Grenzen und eine konsequente Erziehung. Auf diese Weise geben Sie Ihrem Sprössling Halt und Orientierung. Achten Sie darauf, dass die gesetzten Regeln auch eingehalten werden. Ansonsten laufen Sie Gefahr, dass Ihr Kind immer wieder versucht, seinen Willen durchzusetzen. Kinder reagieren sehr sensibel auf das, was heute erlaubt und morgen verboten wird. Überlegen Sie, was Ihnen wichtig ist und wie Sie es Ihrem Kind vermitteln wollen.
Taten folgen lassen
Falls Ihr Kind nach mehrmaliger Aufforderung immer noch nicht reagiert, sollten Sie Taten folgen lassen. Dabei geht es nicht um Strafen, sondern um Konsequenzen. Fährt Ihr Kind mit seinem Fahrrad immer wieder weit voraus, gefährlich nah am Straßenrand, obwohl Sie vorher geklärt hatten, dass es in Ihrer Nähe bleibt? Dann können Sie nicht abwarten, bis etwas Ernsthaftes passiert. Reagieren Sie unverzüglich: „Wenn du nicht in meiner Nähe bleibst, muss ich das Rad in die Garage stellen!“ Machen Sie die Drohung wahr, sonst werden Sie unglaubwürdig und Ihr Kind wird sich auch über weitere Regeln hinwegsetzen. Ihr Kind muss die Folgen seines Verhaltens spüren.
Wenn Sie mit klaren Aufforderungen nicht weiterkommen, oder wenn sofort gehandelt werden muss, sollten Sie als letzten Schritt dem Kind eine Auszeit verordnen. Bedenken Sie dabei das Alter Ihres Nachwuchses. Bringen Sie dazu Ihr Kind in einen anderen Raum, in dem sonst niemand ist. Die Tür muss nicht unbedingt geschlossen werden. Die Auszeit sollte nur kurz sein: bei Kindern jünger als zwei Jahre eine Minute, bei Drei- bis Fünfjährigen zwei Minuten. Wenn Sie fest bleiben, werden die Tobzeiten Ihres Kindes schnell kürzer. Halten Konflikte und Machtkämpfe trotzdem an, sollten Sie den Rat von Profis einer Erziehungsberatungsstelle suchen.
Weiterführende Literatur:
Annette Kast-Zahn: Jedes Kind kann Regeln lernen. 2007.




