13.01.2010

Langeweile

Viel Zeit kann kreativ machen

Es gibt Tage, die nicht enden wollen. Das Wetter ist so schlecht, dass man keine Lust hat, nach Draußen zu gehen. Vorlesen, malen, mit dem neuen Bauernhof spielen - alles ist schon gemacht. Die Freunde haben heute auch keine Zeit. Und nun? Allen ist es langweilig. Fachleute wissen, dass Langeweile durchaus auch seine sinnvollen Seiten haben kann.

Viele Eltern stellen sich die Frage, ob sie nun ein Unterhaltungsprogramm für ihre Sprösslinge starten sollen. Wenn Eltern reagieren, ist es gut. Die Frage ist aber, wie? Sie sollten nicht permanent der Animateur ihrer Kinder sein. Vielmehr ist es in solchen Situationen sinnvoll, wenn sie mit ihrem Kind gemeinsam überlegen, was es machen könnte. Der Faktor Langeweile spielt in vielen Familien eine große Rolle. Langeweile kann schnell aufkommen, wenn es an Spielmöglichkeiten mangelt und Freunde nicht zu erreichen sind. Langeweile steht auch für Antriebslosigkeit und damit können nicht nur Kinder schwer umgehen. Fernseher oder Videorekorder lassen sich schnell anschalten, aber sind sie ein wirksames Mittel gegen Langeweile? Das Konsumieren von tatenlosen Angeboten wie Fernsehen fördert mehr die Passivität als Aktivität. Das bedeutet nicht, dass Fernsehen nicht angeboten werden soll. Aber es kann gefährlich, es regelmäßig bei Langeweile anzubieten.

Warum Langeweile wichtig ist für Kinder

Es ist verständlich, dass Eltern für ihre Kinder nur das Beste wollen. Deshalb wird gefördert und unterstützt, wo es nur geht. Die Kinder werden zum Geigen- oder Klavierunterricht gefahren und danach geht es weiter zum Turnen, zur Leichtathletik oder zum Judo. Viele Eltern sorgen sich, ihr Kind könnte sich in der leistungsorientierten Gesellschaft nicht durchsetzen und verplanen schon Kindergartenkinder mit außerschulischen Aufgaben.

Bedeutet das Aushalten von Langeweile, dass Kindern in dieser Zeit eine optimale Förderung vorenthalten wird? Ertragen von Langeweile kann durchaus Sinn machen.

  • Aus einer gelebten Langeweile ohne Ablenkung durch einfache Ersatzbefriedigungen entwickeln sich meist – nach gewisser Zeit – kreative Prozesse. Sobald Eltern sich nicht ständig berufen fühlen, für Ablenkung zu sorgen, sind Kinder auf sich selbst und auf ihre eigenen Ideen gestellt. Wenn sie das begreifen, können sie erstaunlich viel Fantasie und eigenen Antrieb aufbringen.
  • Auch Kinder brauchen Muße, Ruhe und viel freie Zeit für sich selbst. Dazu gehören auch Lesen, Musik hören oder Herumgammeln. Diese nicht organisierte Freizeit ist sehr wichtig für die kindliche Entwicklung. Aus ihr heraus lernen die Kinder, selbstständig und kreativ zu werden und lernen auch, etwas mit sich selbst anzufangen.
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