03.03.2010

Kinder im Elternbett

Wenn Ihr Nachwuchs nicht in seinem Bett schlafen will

Schnell wird das Elternbett zu klein, wenn der Nachwuchs jede Nacht die elterliche Nähe braucht, um ein- oder durchzuschlafen: Einen Fuß im Rücken, einen Arm im Gesicht und schlimmstenfalls ein Kind, das konsequent quer liegt. An erholsamen Schlaf ist in einer solchen Situation nicht mehr zu denken.

Schlafgewohnheiten verändern wollen

Wichtigste Voraussetzung für die Veränderung dieser Schlafgewohnheit ist, dass Sie die Situation tatsächlich ändern wollen. Zunächst müssen Sie gemeinsam neue Regeln und Grenzen finden. Sie sollten Ihrem Kind erklären, warum der jetzige Schlafmodus geändert werden muss, warum es ab sofort in seinem eigenen Bett einschlafen soll und nicht mehr im Elternbett. Für Ihr Kind ist diese Erläuterung wichtig, auch wenn es die Gründe nicht verstehen kann. Stellen Sie den "Umzug" in das eigene Bett nicht als Bestrafung, sondern als Verbesserung der derzeitigen Situation dar. Ausgeruhte Eltern haben seltener schlechte Laune. Und durchschlafende Kinder sind stolz darauf, dass sie sich ohne Hilfe der Eltern in ihrem Bett wohl fühlen. Ein schön gestaltetes Kinderzimmer, eine gemütlich eingerichtete Schlafhöhle und das Lieblingskuscheltier können dabei hilfreich sein. Je öfter sich Ihr Kind in diesem Zimmer aufhält, desto leichter wird ihm der Übergang fallen.

Konsequent bleiben

Bei der Vermittlung der neuen Schlafgewohnheit hilft nur Konsequenz. Tragen Sie Ihr Kind immer wieder in sein eigenes Bett zurück. So spät es auch sei und so schwer es auch fällt. Ihr Kind bekommt so das Gefühl, dass es ohnehin morgens in seinem eigenen Bett aufwachen wird, unabhängig davon, wie häufig es nachts zu Ihnen herüberwandern wollte. Sprechen Sie mit Ihrem Kind dabei leise und liebevoll. Dann wird die räumliche Trennung nicht als Liebesentzug missverstanden.

Eine Hilfe für besonders hartnäckige Kinder kann es auch sein, in der Übergangsphase neben dem Kind im selben Zimmer zu schlafen – allerdings nicht im selben Bett. Legen Sie sich eine Matratze auf den Boden und campen Sie im Zimmer Ihrer Tochter oder Ihres Sohnes. So gewöhnt sich Ihr Kind zunächst daran, nicht mehr Ihre unmittelbare Nähe zu spüren, während Sie trotzdem sofort da sind, sollte es nachts aufwachen. Nach einigen Nächten dürfen Sie dann wieder in Ihr eigenes Bett auswandern.

Kein schlechtes Gewissen haben

Für Ihren Nachwuchs bedeutet die Aufgabe des elterlichen Betts zunächst einen großen Verzicht. Helfen Sie Ihrem Kind in dieser Zeit. Vermitteln Sie ihm Ruhe und Sicherheit, zeigen Sie ihm Ihre Zuneigung – und vor allem: Haben Sie kein schlechtes Gewissen, Ihr Kind aus Ehebett zu verbannen. Das Urvertrauen Ihres Kindes wird nicht zerstört, wenn Sie sich selbst mehr Schlaf gönnen. Gefährlicher sind dagegen unterschwellige Aggressionen, die hilflose und überforderte Eltern ihren Kindern gegenüber entwickeln.

Leidet Ihr Kind allerdings unter ernstzunehmenden Ängsten, wiederkehrenden Alpträumen oder ist es krank, braucht es Ihre volle Unterstützung. Dann kann – als Ausnahme – auch Platz im Elternbett gemacht werden. Allerdings sollten Sie auch hier darauf achten, dass aus der Ausnahme nicht die Regel wird.

Weiterführende Literatur:

Annette Kast-Zahn: Jedes Kind kann schlafen lernen. 2007.

 

 


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