Die Stichtage sind je nach Bundesland unterschiedlich und liegen zwischen dem 30. Juni und 31. Dezember. Wer vorher sein sechstes Lebensjahr vollendet, ist schulpflichtig und muss zum nächsten Einschulungstermin in die Schule gehen. Danach können die Eltern entscheiden, ob sie ihr Kind vorzeitig einschulen möchten. Doch wann ist Ihr Kind schulreif?
Das sollte Ihr Kind können
Die Schulreife eines Kindes setzt sich aus vielen verschiedenen Kriterien zusammen.
- Die Fähigkeit, sich zu konzentrieren, zuzuhören und für eine Stunde ruhig zu sitzen.
- Kleine Geschichten oder Geschehnisse verständlich nacherzählen.
- Eine Vorstellung von Mengen haben, Farben kennen und benennen können.
- Vertraut sein im Umgang mit Schere, Kleber und Stift.
- Einfache Buchstaben, Zahlen oder Formen nachmalen.
- In der Lage sein, sich für mehrere Stunden von den Eltern zu trennen.
- Bereit sein, sich in die Klassengemeinschaft einzufügen, Regeln einzuhalten, Anweisungen zu befolgen und Konflikte auszuhalten.
- Den Mut haben, sich alleine in einer Gruppe zu bewegen und zu äußern.
- Ganz wichtig: Das Kind sollte selbst den Wunsch haben, in die Schule zu gehen.
Wenn Eltern unsicher sind
Wenn Sie unsicher sind, sollten Sie unbedingt das Gespräch mit den Erzieherinnen suchen. Schließlich haben die Erzieherinnen Ihr Kind die letzten Jahre außerhalb der Familie erleben und beobachten können. Meist können sie genau beurteilen, wie ausgebildet die emotionale und soziale Entwicklung ist. Sie konnten über Jahre beobachten, wie konzentriert und mit welchem Eifer und Freude Ihr Kind Aufgaben gelöst, Freundschaften geschlossen und sich in Konfliktsituationen verhalten hat.
Auch können Sie einen Schuleignungstest machen lassen, wie sie von Erziehungsberatungsstellen angeboten werden. Fragen Sie im Schulsekretariat nach weiteren Anlaufstellen. Es besteht auch die Möglichkeit, Ihr Kind an einem Probeunterricht teilnehmen zu lassen. Die Schulpsychologen achten darauf, ob die Kinder die Kriterien erfüllen. Nicht nur die geistigen und feinmotorischen Fähigkeiten werden getestet, sondern es wird auch darauf geachtet, wie kooperativ sich Ihr Kind in der Gruppe verhält.
Was Ihnen allerdings als Eltern auch kein Schuleignungstest abnehmen kann, ist die Frage, ob Ihr Kind in die Schule gehen soll, weil es in die Schule gehen könnte. Nicht jedes Kind ist geeignet, früher als mit dem gesetzlichen Beginn der Schulpflicht mit sechs Jahren eine Schule zu besuchen. Eltern sollten sich daher fragen, ob es ihrem Kind schaden könnte, noch nicht zur Schule zu gehen. Zahlreiche Studien zeigen, dass vor allem die Jüngsten einer Klasse häufiger Probleme in der Schule haben und irgendwann eine Klasse wiederholen, als dies bei den fristgemäß eingeschulten Kindern der Fall ist.
Weiterführende Literatur:




