Wie Sie Dyskalkulie erkennen
Zunächst einmal sollten Sie hellhörig werden, wenn die schulischen Leistungen Ihres Kindes insgesamt ganz gut sind und es nur in Mathematik ein völliges Blackout erkennen lässt. Bei Dyskalkulikern hilft auch gemeinsames Üben meist nur kurzfristig weiter, da Aufgaben und deren Lösungen auswendig gelernt werden. Durch anerkannte Testverfahren kann eine Dyskalkulie heute mit großer Sicherheit festgestellt werden. Fachleute vermuten, dass bis zu 6 Prozent aller Schulkinder von der Rechenschwäche betroffen sind. Nicht alle bedürfen einer besonderen Therapie, aber alle besonderer Aufmerksamkeit. Den Kindern kann mit einem individuell abgestimmten Förderprogramm geholfen werden. Unerkannte Dyskalkulie hingegen zieht häufig einen großen Druck für die betroffenen Kinder nach sich.
Probleme mit Zahlen und Mengen
Viele Kinder können schon im Vorschulalter problemlos bis 20 oder 30 zählen, weil sie die Zahlenreihen einfach auswendig lernen. Sollte Ihr Kind an Dyskalkulie leiden, wird ihm aber nicht klar sein, dass 5 mehr ist als 3, geschweige denn, dass 17 weniger ist als 23. Neben der Fähigkeit, Mengen einzuschätzen (eine volle Kiste Äpfel enthält mehr Früchte als eine halb leere), ist meist auch die Fähigkeit eingeschränkt, Zahlenreihen fortzusetzen.
Probleme mit Rechenoperationen
In der Grundschule werden häufig die vier Grundrechenarten separat eingeübt. Dass Ihr Kind Additionen mit Multiplikationen verwechselt, fällt dementsprechend erst relativ spät auf. Signifikant ist aber, dass Dyskalkuliker sich die Rechenarten visualisieren müssen z. B. mit Hilfe der Finger. Schwierigkeiten bereitet auch das Rechnen im Bereich der Zehner-Übergänge und das Lösen von Textaufgaben, weil die Umsetzung der Geschichte in Zahlen nicht geleistet werden kann.
Was Sie selbst tun können
Auch wenn es paradox klingen mag: Sorgen Sie dafür, dass sich Ihr Kind viel bewegt. Aktivität ist nicht nur gut für das Selbstwertgefühl Ihres Kindes, sondern auch für sein räumliches Wahrnehmungs- und Einschätzungsvermögen. Der Sprung von der Mauer auf den Rasen wird schwerer, je weiter das angepeilte Ziel entfernt ist. Und Balancieren und Rückwärtsgehen sorgen ohnehin für eine Form der Bewegungskoordination, die gleichzeitig auch „mathematische Synapsen“ im Gehirn verschalten.
Fördern Sie alles, was Ihrem Kind hilft, abstrakt und logisch zu denken und räumlich und zeitlich bewusst wahrzunehmen. Lassen Sie Ihr Kind Blumen nach Farben sortieren oder Süßigkeiten unter Freunden teilen. Üben Sie Zählen und Rechnen mit Blättern beim Waldspaziergang, mit Autos auf der Urlaubsfahrt und mit Besteck beim Essen. Ganz wichtig für die persönliche Entwicklung des Kindes ist eine liebevolle und verständnisvolle Unterstützung durch die Eltern. Jedes Kind hat Stärken, die die Eltern fördern sollten.
Weiterführende Literatur:
• Simon, H.: Dyskalkulie - Kindern mit Rechenschwäche wirksam helfen 2008.




