04.01.2010

Elterngespräche in der Schule

Schule ist auch Elternsache

Die meisten Eltern gehen erst dann in die Schule, wenn es ein Problem gibt und die Klassenlehrerin um ein Gespräch bittet. Fassungslos erfahren sie dann, dass gerade ihr Kind die Klasse stört, sich dem Unterricht verweigert oder aggressiv anderen gegenüber ist.

"Das kann doch nur am Lehrer liegen, wenn er mein Kind nicht in den Griff bekommt!" ist die gängige Erklärung, wenn Eltern sich ungerecht behandelt oder in ihrem Ehrgeiz getroffen fühlen. Anstatt Lösungen zu suchen, enden die Gespräche nicht selten in Schuldzuweisungen. Doch damit ist weder den Beteiligten und vor allem am wenigsten dem Kind geholfen.

Kontakt zur Schule pflegen

Nutzen Sie vom ersten Schultag an jede Gelegenheit, um den Kontakt zur Schule und zu Lehrern zu pflegen. Elternabende und Elternsprechtage sollten einen festen Platz in Ihrem Terminkalender bekommen. Manchmal ist es schwer, sich nach einem anstrengenden Tag noch aufzuraffen und zu einem Elternabend zu gehen. Tun Sie´s trotzdem! Und wenn Sie es ermöglichen können: Treten Sie als Eltern gemeinsam auf. Das ist nicht immer einfach, vor allem wenn jüngere Geschwisterkinder betreut werden müssen, wenn Sie alleinerziehend sind oder selbst schlechte Erfahrungen mit der Schule gemacht haben. Fragen Sie Nachbarn oder gute Freunde, wenn Oma und Opa zu weit weg wohnen, lassen Sie Ihr Kind vielleicht als Überraschungsbonbon bei seinem besten Freund übernachten.

Elternsprechtage besuchen

Gehen Sie zu den Elternsprechtagen, auch wenn alles in bester Ordnung ist. Zunächst einmal tut es gut, positives Feedback zu bekommen. Zum anderen aber können sich Pädagogen und Eltern in entspannter Atmosphäre kennen lernen, mehr über ihre gegenseitigen Vorstellungen erfahren und einander rechtzeitig auf eventuelle Schwierigkeiten vorbereiten. Vielleicht tut sich Ihr Kind gerade in der Schule schwer, weil Sie sich von ihrem Partner trennen, die Oma schwer krank ist oder Arbeitslosigkeit die Familie trifft. Dann kann die Klassenlehrerin Ihr Kind aufmerksam durch den Schultag begleiten und rücksichtsvoll mit ihm umgehen. Oder Sie erfahren, dass Ihr Kind in der nächsten Woche mehrere Klassenarbeiten schreiben muss und können den geplanten Wochenendbesuch bei Verwandten vielleicht verschieben.

Aktiv am Schulleben teilnehmen

Für viele Jahre ist die Schule Lebensmittelpunkt Ihres Kindes. Ein guter Grund für Sie, sich aktiv am Schulleben zu beteiligen, im Elternrat der Schule mitzumachen und die Schule mitzugestalten. Für ein gutes Schulklima sind alle verantwortlich. Wo Lehrer und Eltern zusammenarbeiten, wird Schule zum Lebens- und Lernort. Schulen, die trotz der Erkenntnisse der Pisa-Studie mit Stundenausfällen und Kürzungen der Betriebsmittel umgehen müssen, sind auf die Mitarbeit der Eltern angewiesen. Dazu braucht es Eltern, die sich zusammentun, ihre Mithilfe bei der Instandhaltung von Räumen oder der Pflege des Schulgartens anbieten, Eltern, die einmal gemeinsam ein Fest feiern oder sich regelmäßig zu einem Elternstammtisch treffen. So ein Stammtisch ist eine gute Info-Börse und in lockerer Runde plaudert es sich leichter als auf harten Schülerstühlen.

Weiterführende Literatur:

Jensen, E./Jensen H.: DIALOG mit Eltern: Gelungene Lehrer-Elterngespräche.  2008.


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