09.12.2009

Erster Schulfrust

Meistern Sie die kleine Krise

Auch wenn es in den ersten beiden Grundschuljahren noch keinen Konkurrenzkampf um Noten gibt, der Kampf um Anerkennung und Aufmerksamkeit ist in vollem Gange. Die Kinder müssen Freundschaften schließen und sich einen Platz in der Gemeinschaft erobern. Schon Erstklässler gehen nach wenigen Monaten mit Bauchschmerzen in die Schule und haben wenig Lust. Gehört Ihr Kind auch dazu? Dann sollten Sie herausfinden, was Ihrem Kind zu schaffen macht!

Zeit zum Eingewöhnen geben

Fragen Sie sich, warum Ihr Kind Schwierigkeiten hat. Die ungewohnte  Umgebung, das große Schulgebäude, die langen Gänge, die vielen neuen Klassenkameraden - all das kann gewaltig verunsichern und Angst machen. Geben Sie Ihrem Kind das Gefühl, dass Sie seine Ängste verstehen.

In die Klassengemeinschaft integrieren

Für Schulanfänger ist die Klassengemeinschaft eine komplizierte Sache. Schon in der ersten Grundschulklasse beobachten Lehrer/innen gruppendynamische Prozesse, von denen Eltern meinen, die gäbe es nur im Arbeitsleben. Solange es darum geht, dass Ihr Kind seine Position in der Gemeinschaft findet, mischen Sie sich besser nicht ein. Geht es aber über Drohgebärden und harmlose Schubsereien hinaus, sollten Sie das Gespräch mit den Lehrern suchen. Ergreifen Sie Partei für Ihr Kind und lassen Sie es mit seiner Angst nicht alleine. Verharmlosen Sie die Situation nicht durch Sätze wie "Es wird schon nicht so schlimm sein!" oder "Setz dich einfach durch!" – damit geben Sie Ihrem Kind keine Hilfe.

Konzentration fördern

Fällt es Ihrem Kind schwer, über längere Zeit stillzusitzen und sich auf eine Sache zu konzentrieren? Gerade für Erst- und Zweitklässler ist das eine der schwierigsten Übungen. Lassen Sie sich nicht verunsichern, wenn Ihr Kind träumt, unaufmerksam oder viel in Bewegung ist. Sie kennen Ihr Kind am besten und können beurteilen, ob es zu Hause mit Ausdauer an einer Legoburg baut, mit Eifer bastelt und malt oder eine halbe Stunde lang gebannt den Geschehnissen im Fernsehen folgen kann. Dann leidet es mit Sicherheit nicht an Konzentrationsstörungen.

Leistungsdruck vermindern

Zu guter Letzt kann auch der Leistungsvergleich mit den Klassenkameraden Ihrem Kind zu schaffen machen. Auch wenn es in den ersten Grundschuljahren noch keine Noten gibt: die Leistung wird trotzdem beurteilt. Rücken Sie die Leistungen Ihres Kindes nicht in den Vordergrund. Loben Sie es für ein gut gemaltes Bild, auch wenn es mit dem Lesen noch nicht so klappt. Erkennen Sie seine Leistungen an. Gerade in den ersten Schuljahren brauchen Kinder Lob und Ermunterung. Suchen Sie das Gespräch mit der Klassenlehrerin. Sie weiß, wo Förderbedarf besteht und kann mit Ihnen gemeinsame Lösungen finden.

 

Weiterführende Literatur:

Edelmann, K./Gebauer-Sesterhenn, B.: Erfolgreich durch die Grundschule. Wie Sie Ihr Schulkind unterstützen und motivieren können. 2010.  

© vitawo 2010