26.01.2010

Hausaufgaben

Eltern sind keine Hilfslehrer

Hausaufgaben – ein leidiges Thema schon für viele Schüler. In der Grundschule geht es los mit Schönschreiben und Zahlen zusammenrechnen, wo es doch draußen so schön ist. Zur Unlust beim Nachwuchs passen die Leistungen, oft lassen die Noten zu wünschen übrig. Um diese zu verbessern, wiederholen viele Eltern nachmittags mit ihren Kindern den Schulstoff. Doch Bildungsexperten warnen vor zu viel Lernhilfe durch die Eltern.

In jeder dritten Familie, so ergaben Umfragen, pauken Eltern und Kinder mehrere Stunden pro Woche. Doch die investierte Zeit selbst ist kein Gradmesser für den Erfolg dieser Maßnahme. Denn Hausaufgaben sind grundsätzlich Schüleraufgaben. Sie sollen das in der Schule Gelernte vertiefen und auf weiteren Unterricht vorbereiten. Die hier eingeübten Regeln und Abläufe sollen die Grundlage schaffen, um eigenverantwortlich lernen zu können. Deshalb sollten Eltern nur dann bei den Hausaufgaben helfen, wenn das Kind selber nicht mehr weiter weiß.

  • Bieten Sie nicht unaufgefordert Hilfe an. Ihr Kind entscheidet, wann es Sie um Hilfe bittet.
  • Sitzen Sie nicht ständig daneben. Manche Kinder fühlen sich unter Druck gesetzt und machen dann erst recht Fehler. Andere versuchen ihre Arbeit an Sie weiterzugeben.
  • Kauen Sie nichts vor. Es bringt mehr, wenn Sie eine Rechenaufgabe zusammen besprechen und die Lösung selbstständig gefunden wird, als wenn Sie das Ergebnis vorrechnen.
  • Stellen Sie Fragen, statt Antworten zu geben. Lassen Sie sich die Aufgaben erklären oder aus dem Buch oder Heft vorlesen. Oft löst sich ein Verständnisproblem beim Darlegen von allein.
  • Bestehen Sie auf feste Uhrzeiten, in denen die Hausaufgaben zu erledigen sind. Vereinbaren Sie Pausen.
  • Übernehmen Sie keine Verantwortung für Ergebnisse: Der Sinn und Zweck der Schule liegt darin, dass ihre Schüler eigene Erfahrungen machen – positiv wie negativ. Wer bei Hausaufgaben schludert, muss dafür gerade stehen. Umgekehrt schmeckt ein Erfolg viel besser, wenn Ihr Kind ihn allein errungen hat.

Doch am wichtigsten für jeden Schüler ist und bleibt die Anerkennung. Aufmunternde Worte, ein lobender Blick und viel Anerkennung für das Durchhaltevermögen verschaffen ihm das Gefühl, etwas wert zu sein bzw. etwas geschafft zu haben. Dieses positive Gefühl ist auf Dauer der beste Garant für bessere Leistungen und bessere Noten.

Weiterführende Literatur:

Monika Rammert, Elke Wild:  Hausaufgaben ohne Stress: Informationen und Tipps für Eltern (2008)

 

 

© vitawo 2010