Kinder im Grundschulalter verbringen rund neun Stunden täglich sitzend und bewegen sich nur noch eine Stunde pro Tag. Orthopäden schlagen schon seit Jahren Alarm, denn Spannungskopfschmerzen, kindliche Migräne und Haltungsschäden nehmen häufig ihren Anfang bei der falschen Sitzhaltung.
So planen Sie richtig
- Planen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind den Arbeitsplatz. Weisen Sie Ihr Kind darauf hin, worauf bei einem vernünftigen Arbeitsplatz zu achten ist. Dennoch sollte es mit Ihnen zusammen entscheiden dürfen, wie er zu gestalten ist. Ihr Kind sollte sich schließlich an seinem neuen Arbeitsplatz wohl fühlen.
- Stühle sollten höhenverstellbar und drehbar sein. Die Rückenlehne sollte sich einstellen lassen, so dass der Rücken gerade ist. Auch flexible Hocker (ohne Rückenlehne) oder Sitzbälle können von Vorteil sein.
- Schreibtische sollten ebenfalls höhenverstellbar sein, um mitwachsen zu können. Die Arbeitsplatte sollte sich um mindestens 16 Grad nach oben neigen lassen. Die Neigung der Tischplatte ermöglicht eine aufrechtere Sitzhaltung als ein vollkommen waagerecht ausgerichteter Tisch. Die Vorderkante der Arbeitsplatte sollte sich bei angewinkelten Armen in Ellenbogenhöhe befinden. Achten Sie auf eine pflegeleichte Arbeitsplatte, die Buntstiftspuren und Orangensaftflecken nicht allzu übel nimmt. Eine Schreibtischunterlage ist hingegen nicht nötig.
- Schaffen Sie eine angenehme Atmoshäre. Streichen Sie beispielsweise einen Teil der Wand um den Schreibtisch herum in einer bunten Farbe. So wird dem kindlichen Bedürfnis nach Farbe entsprochen, ohne dass seine Augen permanent durch zu viele Details abgelenkt würden. Und nebenbei wird der Arbeitsplatz auch noch vom restlichen Kinderzimmer zumindest optisch abgetrennt.
- Geben Sie Ihrem Kind durch Schubfächer, Stiftebecher und Magnetwände genügend Ablageflächen, um den Arbeitsplatz einigermaßen ordentlich zu halten. Papier und Hefte sollten in einem Schubladenschrank oder Rollcontainern unterkommen. Und eine große Krims-Krams-Kiste sorgt dafür, dass alles, was nicht zuzuordnen ist, zumindest wiedergefunden wird.
- Fördern Sie die Konzentration, indem der Arbeitsplatz Ihres Kindes nicht überladen wirkt. Sticker, Aufkleber, Pinnwände, Setzkästen und Regale mit Spielen und Kuscheltieren haben in unmittelbarer Reichweite des Schreibtisches nichts zu suchen. Gleiches gilt für CD-Player oder gar Fernseher. Zu groß ist die Gefahr einer permanenten Ablenkung, der Ihr Kind unmöglich ständig widerstehen kann.
- Prüfen Sie immer wieder, ob der Arbeitsplatz noch den Bedürfnissen Ihres Kindes entspricht. Es reicht nicht aus, einmal den Arbeitsplatz richtig einzurichten. Die Anforderungen können sich im Laufe der Zeit ändern. Weisen Sie Ihr Kind darauf hin, wenn etwas nicht in Ordnung ist.




