24.11.2009

Markensachen

Wie viele Markenklamotten dürfen es sein?

Die Diskussion um Weihnachtsgeschenke kann schnell die Freude auf das Weihnachtsfest trüben. Kinder müssen lernen, dass nicht alle ihre Wünsche in Erfüllung gehen. Eltern müssen lernen, auch Nein zu sagen, wenn es nur Markenklamotten oder teure Spielsachen sein sollen.

Viele Eltern finden sich regelmäßig in Diskussionen wieder, die sich darum drehen, Dinge zu kaufen, die aus ihrer Sicht nicht unbedingt notwendig sind. Kinder und Jugendliche sehen das ganz anders. Sie leben hier und jetzt und fragen sich nicht, ob die Geldausgabe vernünftig ist oder nicht.

Ist Neinsagen eine Frage des Geldes?

Viele Eltern schlagen nur ungern ihren Kindern einen Wunsch ab. Das ist nicht nur vom Einkommen abhängig. Häufig gibt es eine moralische Grenze, wie teuer Geschenke und Ausgaben für Markenklamotten und Spielsachen sein dürfen, die nicht unbedingt notwendig sind. Unabhängig vom Einkommen sollten Eltern immer bestrebt sein, ihren Kindern beizubringen, mit dem zur Verfügung stehenden Geld verantwortungsvoll umzugehen. Das kann auch schon mal bedeuten, auf die geliebten Markenschuhe zu verzichten. Auf Wutausbrüche Ihres Kindes sollten Sie ruhig reagieren. Ihr Kind muss lernen, dass es nicht alles haben kann. Nur so kann es eine vernünftige Einstellung zum Geldausgeben bekommen.

Sensibilisieren Sie ihr Kind!

In der Grundschule hält sich die Markenabhängigkeit von Kindern meist noch in Grenzen. Doch auch hier ist es schon wichtig, den richten Rucksack oder Pullover zu besitzen. Das Prinzip ist immer dasselbe: Wer falsch aussieht oder die falschen Dinge besitzt, darf nicht dazu gehören. Und was falsch ist, entscheidet einzig und allein das soziale Umfeld - die eigenen Eltern meist ausgenommen.

  • Kritisch wird die materielle Abhängigkeit dann, wenn z. B. ein bestimmtes Kleidungsstück nicht gefällt, weil jemand anderes es nicht mag. Handelt es sich dabei um ein bisheriges Lieblingsstück, das ausgemustert werden soll, nur weil jemand beiläufig erwähnt, dass es nicht cool sei oder den falschen Aufdruck trägt, ist es Zeit, mit Ihrem Kind über Eigenständigkeit und Persönlichkeit zu sprechen.
  • Versuchen Sie bei einem solchen Gespräch, den Ernst des Problems mit den Augen Ihres Kindes zu sehen. Lassen Sie Ihr Kind allerdings auch von Ihren Erfahrungen profitieren. Überlegen Sie zusammen, ob beispielsweise ein Stück Stoff so wichtig ist, dass eine Freundin oder ein Freund Ihr Kind nicht mehr mag. 
  • Auch wenn die materiellen Wünsche Ihres Kindes generell Ihr Budget übersteigen, ist es Zeit für ein offenes Wort. Sie sollten sich nicht breit schlagen lassen, mehr Geld für ein Stück auszugeben als Sie für nötig erachten. Äußern Sie aber nie Sätze wie "Wir haben nicht genug Geld", sondern lieber "Dafür haben wir nicht genug Geld". Sonst macht sich Ihr Kind womöglich ernsthafte Sorgen.
  • Wenn der beste Freund soeben ein teures Handy von den Eltern bekommen hat, muss Ihr Kind lernen, dass es nicht immer mit seinen Freunden gleichziehen kann. Wenn der Wunsch wirklich sehr groß ist, kann es ein wenig vom gesparten Geld beisteuern oder bis zum nächsten Geburtstag warten. 

Weiterführende Literatur:

Römer, B.: So erziehen Sie Ihr Kind im Umgang mit Geld. Niemals Pleite. 2009.

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