19.05.2010

Schulweg rechtzeitig üben

Am besten vor der Einschulung

Rennen, Toben, Laufen, Schubsen – täglich verunglücken Kinder auf dem Weg zur Schule. Zum Glück gehen die meisten Unfälle auf dem Schulweg glimpflich aus. Damit Ihr Kind sicher zur Schule kommt, sollten Sie sich ausreichend Zeit nehmen und mit Ihrem Kind den Schulweg ausgiebig üben – am besten vor dem ersten Schultag!

Kinder sind die schwächsten Verkehrsteilnehmer

  • Die geringe Körpergröße von Kindern bewirkt, dass sie von Autofahrern schlechter wahrgenommen werden. Gehen Sie einmal zwischen zwei Autos in die Hocke. Dann bekommen Sie eine Vorstellung davon, wie eingeschränkt der Gesichtskreis Ihres Kindes im Straßenverkehr ist.
  • Kinder können Geschwindigkeiten und Entfernungen weitaus schlechter abschätzen als  Erwachsene. Außerdem handeln sie häufig spontan und impulsiv nach dem Motto „wenn ich das Auto sehe, sieht der Fahrer mich bestimmt auch“.
  • Und last but not least: Kinder haben oft einfach andere Dinge im Kopf. Sie können nicht  gleichzeitig an die Verabredung vom Nachmittag denken und auf den Verkehr achten. Die Fähigkeit, mehrere Dinge gleichzeitig zu tun, nimmt mit höherem Alter beständig zu.

Gefahren vermeiden

Gehen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind den Schulweg ab. Bleiben Sie an jeder roten Ampel stehen. Schauen Sie auch an einer grünen Ampel zuerst nach links, dann nach rechts und dann wiederum nach links.

  • Ermitteln Sie mit Ihrem Kind nicht den kürzesten oder schnellsten, sondern den besten, sprich sichersten Weg zur Schule.
  • Beziehen Sie dabei Ihr Kind frühestmöglich in zu treffende Entscheidungen ein. „Guckst Du bitte für uns, ob wir schon über die Straße gehen können?“
  • Üben Sie besonders und immer wieder an neuralgischen Punkten des Schulweges.
  • Schärfen Sie Ihrem Kind ein, dass es niemals über die Straße rennen darf. Auch nicht, wenn es bereits die Schulklingel hört oder eine Freundin auf der gegenüberliegenden Straßenseite winkt.
  • Achten Sie auf gut sichtbare Kleidung. Sorgen Sie dafür, dass Ihr Kind so sichtbar wie nur möglich ist. Reflektoren (in der dunkleren Jahreszeit ein absolutes Muss) und bunte Tornister oder Ranzen (die Ihrem Kind vermutlich ohnehin besser gefallen als die klassische Ledertasche) sorgen für optische Effekte.
  • Ihr Kind sollte rechtzeitig das Haus verlassen. Wer jeden Morgen hetzen muss, kommt nicht nur abgehetzt und gereizt zur Schule. Für ihn ist auch die Versuchung größer, statt der 100m weit entfernt liegenden Ampel ab und zu (wenn es besonders drängt) den direkten Weg über die Straße zu nehmen.

Leben Sie in einer besonders verkehrsreichen Gegend, dann sollten Sie darüber nachdenken, eine Art privaten Lotsendienst einzurichten. Suchen Sie sich beispielsweise vier Mitstreiter/innen und begleiten Sie einmal pro Woche einen ganzen Tross von Kindern zur Grundschule.

 Weiterführende Literatur:

Teusen, G.: Erfolgreich in die Schule starten: Vorschulzeit, Einschulung, 1. Schuljahr.  2009.

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