Einer der Gründe der gestiegenen Rate ist die Tatsache, dass Frauen heute immer später schwanger werden. Immer häufiger werden Risikoschwangerschaften indiziert, die dann einen Kaiserschnitt zur Folge haben. Vermehrt tauchen auch Probleme auf, die mit Übergewicht zusammenhängen. Gleichzeitig gibt es im Vergleich zu vergangenen Jahren immer mehr Frühgeburten und Mehrlingsschwangerschaften, die Kaiserschnitte nahe legen.
Auch wünschen sich immer mehr Schwangere einen Kaiserschnitt ohne medizinische Notwendigkeit. Viele haben Angst vor den Schmerzen oder um das Kind. Hier sind Aufklärung und Einfühlungsvermögen der Geburtshelfer gefordert, Schwangeren Vertrauen zu geben und die Angst zu nehmen.
So oder so: Ängste lassen sich nicht mit dem Messer lösen. Wer sich allein aufgrund übertriebener Ängste unters Messer legen will, sollte deshalb überdenken, ob es nicht an der Zeit ist, genau diesen Ängsten nun Lebewohl zu sagen. Es geht ja nicht um eine Spontanentbindung ganz allein und ohne jede Hilfe, sondern um einen medizinisch sorgfältig überwachten natürlichen Prozess, in den bei Komplikationen jederzeit eingegriffen werden kann.
Vorteile einer normalen Geburt
Die Vorteile einer normalen Geburt sind nicht zu unterschätzen. Das Gefühl, ein Kind aus eigener Kraft geboren zu haben, macht die überwiegende Anzahl der Frauen unbeschreiblich glücklich und zufrieden. Die Geburt ist sozusagen nicht nur der natürliche, sondern auch der angemessene Abschluss einer (meist ja doch zumindest gegen Ende anstrengenden) Schwangerschaft. Nach einem Kaiserschnitt werden viele Frauen zudem nicht mehr so leicht schwanger, weil die Narbe in der Gebärmutter das Einnisten des befruchteten Eis behindern kann. Außerdem fallen bei einer natürlichen Geburt sämtliche mögliche OP-Komplikationen (Narkose, Thromboserisiko usw.) weg
Medizinische Gründe für einen Kaiserschnitt:
- Plazenta praevia, d.h. wenn der Mutterkuchen vor dem Muttermund liegt
- Sauerstoffmangel während der Geburt
- mehrfach vorausgegangenen Kaiserschnittentbindungen (erhöhtes Rupturrisiko)
Weiterführende Literatur:
Oblasser, C./Ebner, U./ Saling, E./Wesp, G.: Der Kaiserschnitt hat kein Gesicht. 2008.




