Gebärmutter und Beckenboden
Während der Schwangerschaft und der Geburt leistet Ihr Körper Schwerstarbeit. Nach der Geburt fühlt er sich ganz anders an. Sichtbar ist nun der leere, aber überdehnte Bauch, die größeren Brüste vom Stillen und der zusätzliche Speck, der geblieben ist. Nicht sichtbar sind die Veränderungen, die Gebärmutter und Beckenboden erfahren haben. Sie haben während der Schwangerschaft und Geburt die meiste Arbeit geleistet.
Der Beckenboden ist eine Muskelplatte, die das Becken nach unten hin abschließt. Er liegt wie eine Acht um Scheide, Harnröhre und After. Während der Schwangerschaft muss der Beckenboden ein Vielfaches des sonstigen Gewichtes tragen. Er stützt die Gebärmutter, die bis zur Geburt samt Plazenta und Fruchtwasser ein Gewicht von fünf bis sechs Kilo erreicht. Im nichtschwangeren Zustand wiegt die Gebärmutter nur 80 bis 120 Gramm. Dieses Gewicht muss der Beckenboden bei jedem Schritt tragen. Bei der Geburt kann der Beckenboden sehr gedehnt und vielleicht auch verletzt werden. Um die Organe zu stützen, muss er nach der Geburt gekräftigt werden, da sonst die Gefahr einer Gebärmuttersenkung besteht.
Bauchmuskulatur
Die Bauchmuskulatur wurde während der Schwangerschaft stark gedehnt. Der Bauch ist schlaff und viele Frauen möchten ganz schnell wieder ihre alte Figur haben. Ein reines Bauchmuskeltraining sollten Sie direkt nach der Geburt vermeiden, da es negative Wirkungen auf die Spannung des Beckenbodens hat. Es ist wichtig, dass Sie erst den Beckenboden trainieren, bevor Sie mit dem Bauchmuskeltraining beginnen. Es kann einige Wochen dauern, bis der Beckenboden wieder kontrollierbar ist.
Beginn der Rückbildungsgymnastik
Haben Sie keine Sorge, dass Sie gleich nach der Geburt mit einem zeitintensiven Fitnesstraining beginnen müssen. Leichte Übungen zur Rückbildungsgymnastik können Sie einfach in Ihren Alltag einbauen. Bereits im Wochenbett können Sie mit den ersten Beckenbodenübungen beginnen, die Sie zuhause regelmäßig durchführen sollten, bis Sie einen Kurs für Rückbildungsgymnastik besuchen. Die Rückbildungskurse beginnen in der Regel sechs bis acht Wochen nach der Entbindung. Zum Kursbeginn sollte Ihr Beckenboden so stark gefestigt sein, dass Sie neben der Beckenbodengymnastik nun auch mit den Bauchmuskelübungen beginnen können. Denn ein gesunder Beckenboden ist die Voraussetzung für ein effektives Bauchtraining.
Beckenbodentraining in den Alltag einbauen
Damit Sie auch Jahre nach der Geburt einen gefestigten Beckenboden haben, sollten Sie täglich fünf bis zehn Minuten Ihren Beckenboden trainieren. Ihren Beckenboden können Sie beispielsweise anspannen, wenn Sie mit Ihrem Auto vor einer Ampel warten, im Supermarkt an der Kasse stehen oder zuhause bügeln. Bedenken Sie, ein gesunder Beckenboden beugt einer Gebärmuttersenkung und Inkontinenz vor.
Weiterführende Literatur:
Klein, M./Weber, M./Schön, B.: Das macht Sie fit nach der Geburt: Ganzheitliche Rückbildung: Für ein gutes Körpergefühl und innere Ausgeglichenheit. 2010.




