15.02.2010

Unfruchtbarkeit

Die größten Irrtümer über unerfüllten Kinderwunsch

Hartnäckig halten sich die widersprüchlichsten Meinungen über Unfruchtbarkeit und Schwangerschaftsrisiken. Manchem Jugendlichen wird eingetrichtert, dass ein zu heißes Bad die Zeugungsfähigkeit langfristig beeinträchtigen kann oder dass Rauchen in jungen Jahren zu Fehlbildungen der Gebärmutter führen kann. Was ist dran an den Mythen über Unfruchtbarkeit?

Langzeit-Einnahme der Anti-Baby-Pille verhindert Schwangerschaften? Die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft steigt, wenn Sie die Pille abrupt absetzen. Durch die Einnahme der Pille werden die Eierstöcke „künstlich stillgelegt“. Nach Absetzen der Pille erfährt der Hormonhaushalt eine plötzliche Veränderung, was zu einer steigenden Fruchtbarkeit führen kann. Studien haben gezeigt, dass Frauen, die jahrelang die Pille nahmen, genauso schnell schwanger wurden wie diejenigen, die nicht mit der Pille verhütet haben.

Wer stillt, wird nicht schwanger? Es gibt eine hohe Wahrscheinlichkeit, wäh-rend des Stillens nicht schwanger zu werden, da der Körper Hormone bildet, die die Milchbildung anregen und den Eisprung unterdrücken. Dennoch sind Sie in der Stillzeit nicht sicher geschützt, auch wenn hier die Natur der Frau eine Erho-lung gönnt.  

Wer als kleiner Junge zu heiß gebadet wurde … Die Annahme, dass heiße Bäder dem Sperma eines Knaben bleibende Schäden zufügen können, ist falsch. Richtig ist, dass Spermien durch starke Hitze in Anzahl und Beweglichkeit beeinträchtigt werden. Wird die Hitzeeinwirkung beendet, verbessert sich sehr schnell die Spermienqualität. Bei Kinderwunsch bedeutet das für den Mann, auf heiße Wannenbäder und Sauna zu verzichten. 

Gewicht hat keinen Einfluss auf die Fruchtbarkeit? Bei extrem Übergewichti-gen können eher Hormonstörungen auftreten, was sich in vermehrter Bildung männlicher Hormone zeigt. Dadurch kann der weibliche Zyklus gestört werden und der Eisprung ausbleiben. Auch bei stark untergewichtigen Frauen können Hormonstörungen durch Diäten oder die Ausübung von Extremsportarten auftreten. Extremes Untergewicht bei Männern kann auch Einfluss auf die Qualität der Spermien haben.

Schwanger nur am Tag des Eisprungs? Die optimale Zeit der Empfängnis ist wegen der mehrtägigen Lebenszeit der Spermien nicht am Tag des Eisprunges, sondern schon ein bis zwei Tage davor. Weil das Ei nur 18 – 24 Stunden befruchtungsfähig ist, erhöht sich die Chance auf eine Schwangerschaft, wenn Paare ein bis zwei Tage vor dem Eisprung miteinander schlafen.

Umwelt-Einflüsse (Rauchen, Handy etc.) können zu Unfruchtbarkeit führen?  Bekannt ist, dass Nikotin sich negativ auf die Spermienqualität auswirkt. Nicht belegt ist, dass Rauchen in jungen Jahren zu einer Fehlbildung von Gebärmutter und Eileiter führt. Auch die Verklebungen der Eileiter können sehr viele, teils unbekannte Ursachen haben. Handygebrauch belastet den Organismus durch die Funkwirkungen ganz allgemein. Eine vermehrte Unfruchtbarkeit bei Dauer-Handynutzern konnte nicht nachgewiesen werden.

Erst ab vierzig nimmt die Fruchtbarkeit ab? Nein, bereits ab dem 25. Lebensjahr wird eine Frau schlechter schwanger. Mit 35 Jahren nimmt die Fruchtbarkeit sprunghaft ab. Ab dem 40. Lebensjahr liegt die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft nur noch bei 10 bis 15 Prozent. 


       
        
        
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