01.06.2010

Zwillingsschwangerschaften

Was werdende Zwillingsmütter wissen sollten

"Herzlichen Glückwunsch, Sie bekommen Zwillinge!" So heißt es bei jeder 60. Schwangerschaft. Werdende Zwillingsmütter müssen häufig erst einmal tief einatmen, wenn sie erfahren, dass sie doppelten Nachwuchs erwarten. Mit etwas Vorbereitung werden schnell die Ängste beseitigt und die Freude groß, zwei Babys zu bekommen.

Zwillingsschwangerschaft feststellen

Heute kann man schon im Frühstadium der Schwangerschaft mit Hilfe des Ultraschalls feststellen, ob sich mehrere Embryonen in der Gebärmutter eingenistet haben. Das ist wichtig, da eine Zwillingsschwangerschaft automatisch als Risikoschwangerschaft gilt.

Was Sie über die Zwillingsschwangerschaft wissen sollten

  • Auch wenn eine Zwillingsschwangerschaft als Risikoschwangerschaft eingestuft wird, heißt das noch lange nicht, dass Sie sich ab sofort nur noch schonen müssen, da ansonsten Komplikationen auftreten. Allerdings können die typischen Schwangerschaftsbeschwerden wie Übelkeit, Rückenschmerzen, Müdigkeit und Sodbrennen stärker auftreten. Trotzdem sind Sie noch lange nicht krank. Viele werdende Zwillingsmütter empfinden Ihre Schwangerschaft als sehr schön, auch wenn eine Zwillingsschwangerschaft sehr belastend für den Körper ist.
  • Bei Zwillingsschwangerschaften werden mehr Vorsorgeuntersuchungen durchgeführt. Bereits ab dem sechsten Monat alle zwei Wochen. Bei eineiigen Zwillingen wird genau die Wachstumsentwicklung und die Herztätigkeit überwacht. Schon bei kleinen Beschwerden, die Anlass zur Sorge geben, sollten Sie umgehend Ihren Arzt aufsuchen. Sie sollten alle Laboruntersuchungen durchführen lassen. Besonders der Urintest ist wichtig, da er auf  Schwangerschaftsdiabetes hinweisen kann.
  • Zwillingsschwangere nehmen mehr zu als Schwangere, die nur ein Baby erwarten. Lassen Sie sich von Ihrer Ärztin ein individuelles Ernährungsprogramm zusammenstellen. Denn eine zu große Gewichtszunahme kann für Sie und die Babys gefährlich sein.
  • Bei Zwillingsschwangerschaften treten häufiger vorzeitige Wehen auf als bei Einlingsschwangerschaften. Eine lückenlose Überwachung durch die Frauenärztin gibt Ihnen Sicherheit. Bei vorzeitigen Wehen werden Sie vorsichtshalber ins Krankenhaus eingewiesen. Das Risiko einer frühzeitigen Geburt ist höher, da die Gebärmutter stärker gedehnt wird als bei einer Einlingsschwangerschaft.
  • Die Kaiserschnittrate ist bei Zwillingsgeburten deutlich höher. Oftmals liegen die Babys nicht in der richtigen Geburtslage und es besteht die Gefahr, dass der Mutterkuchen an der falschen Stelle in der Gebärmutter festgewachsen ist.

Was Sie tun können

Wenn Sie mit Zwillingen schwanger sind, dann ist Erholung oberstes Gebot. Gönnen Sie sich Pausen, legen Sie sich tagsüber hin und entspannen Sie. Bitten Sie Ihren Partner, Verwandte und Freunde, Ihnen bei der Hausarbeit zu helfen und nehmen Sie jede Unterstützung an. Geht es Ihnen nicht gut, sollten Sie nicht zögern, sich von Ihrem Arzt krankschreiben zu lassen. Nehmen Sie alle Vorsorgeuntersuchungen wahr, denn das gibt Ihnen Sicherheit. Genießen Sie die Schwangerschaft - eine Zwillingsschwangerschaft ist etwas ganz Besonderes. Zwei Babys auf einmal zu bekommen bedeutet zwar doppelte Anstrengung, aber auch doppeltes Glück. 

Weiterführende Literatur:

Züllig, T.: Wir werden Zwillingseltern: Schwangerschaft, Geburt und die erste Zeit danach. 2009. 

© vitawo 2010