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Angehörigenpflege

Aufgaben verteilen - Freiräume schaffen

Die Pflege eines älteren Angehörigen ist eine anspruchsvolle und anstrengende Aufgabe. Ob es sich um die betagten Eltern handelt oder um den Ehepartner: Die hohe Belastung kann die körperliche und seelische Gesundheit des Pflegenden sehr strapazieren. Wer einen anderen pflegt, sollte daher möglichst früh daran denken, persönliche Belastungen zu minimieren. Bei genauem Hinsehen und Umhören gibt es oft mehr Möglichkeiten als man glaubt.

Entlastung für pflegende Angehörige

  • Verteilen Sie die Belastung auf mehrere Schultern. Nehmen Sie Hilfe an und organisieren Sie Arbeitsteilung. Häufig gibt es Menschen in Ihrer Umgebung, die gerne eine Aufgabe übernehmen. Sie müssen Sie nur fragen. Integrieren Sie die Pflege in Ihr Familien- und Alltagsleben, ohne dass sich alles nur um die pflegebedürftige Person dreht.
  • Wenn möglichst viele Familienmitglieder bei der Pflege helfen und jeder eine Aufgabe übernimmt, die ihm zusagt, werden Sie optimal entlastet. Allerdings müssen Sie dann die Aufgabe der Organisation und Koordination übernehmen. Wichtig ist, dass Sie alle Beteiligten immer wieder darauf hinweisen, wo die pflegebedürftige Person Unterstützung braucht. Je mehr andere in die Pflege eingebunden sind, desto größer ist auch das Verständnis Ihrer Mitmenschen für Ihre Belastung. Akzeptieren Sie aber auch, dass jeder der hilft, eine andere Auffassung von der optimalen Hilfe hat.
  • Fragen Sie beispielsweise Enkel, Nachbarn, Freunde oder Geschwister, ob sie als "Springer" bei Urlaub oder Krankheit fungieren würden. Vielleicht ist ja auch jemand bereit, regelmäßig einen ganzen oder halben Tag für die Pflege zu sorgen oder auch vorzulesen, spazieren zu gehen etc.
  • Es muss nicht unbedingt tätige Hilfe sein, die Sie entlastet. Vielleicht können Ihre Geschwister oder andere Familienmitglieder finanzielle Unterstützung leisten, mit der professionelle Pflege hinzugekauft werden kann.
  • Ambulante Pflegedienste unterstützen Sie sowohl bei der Pflege als auch im Haushalt. Sie selbst können sich dann mehr darauf konzentrieren, dem Pflegebedürftigen menschlich beizustehen.
  • Nutzen Sie auch die Angebote der Tagespflege. Hier werden Pflegebedürftige von ca. morgens 8 Uhr bis nachmittags 16 Uhr betreut, gepflegt und versorgt. Ein Fahrdienst kann die Tagesgäste von zuhause abholen und am Nachmittag wieder zurückbringen. Meist ist die Betreuung sowohl an einzelnen Tagen als auch an allen Wochentagen möglich. Mahlzeiten strukturieren den Tag, in der Zwischenzeit gibt es soziale Betreuungsangebote wie Gymnastik, Gedächtnistraining, Spaziergänge, Singen, Ausflüge usw. Pflegeheime oder Nachbarschafts- und Seniorentreffs bieten Tagespflege an.

Weiterführende Literatur:

Büker, C.: Pflegende Angehörige stärken: Information, Schulung und Beratung als Aufgaben der professionellen Pflege, 2009.

Thema des Monats

Nicht nur Senoiren benötigen eine 24-Stunden-Betreuung, sondern oft auch andere Familienmitglieder. Lesen Sie mehr dazu hier

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